Wintersport

Sturz-Drama um Maria Höfl-Riesch

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Bitteres Saisonaus für Deutsche - Fenninger vor Gesamtsieg.

Im Gesamt-Weltcup der Damen dürfte bei der letzten Abfahrt der Saison in Lenzerheide die Vorentscheidung zugunsten von Anna Fenninger gefallen sein - allerdings auf eine Art und Weise, die niemand so wollte: Maria Höfl-Riesch kam nämlich nach der ersten Zwischenzeit schwer zu Sturz und musste mit dem Helikopter ins Krankenhaus Chur geflogen werden. Es besteht der Verdacht auf eine Oberarm- und Schulterverletzung. Eines ist klar, die Saison ist für die Deutsche damit vorzeitig beendet. Der Sieg ging an die Schweizerin Lara Gut vor Elisabeth Görgl.

Damit steht Anna Fenninger vor dem Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung, die Salzburgerin liegt drei Rennen vor Schluss 11 Punkte vor Höfl-Riesch und 235 vor Lara Gut (SUI). Fenninger könnte bereits am Donnerstag im Super-G alles klarmachen. Es wäre der erste Sieg einer Österreicherin im Gesamtweltcup seit Nicole Hosp 2007.

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Schwerer Sturz
Die Deutsche, die nach einer schwachen Fahrt zuvor von Anna Fenninger, bereits als Siegerin im Abfahrts-Weltcup feststand, rutschte in einer Rechtskurve weg und schlitterte im steilen Terrain ins Sicherheitsnetz, wo sie zunächst regungslos liegen blieb. Sofort waren etliche Helfer und Betreuer zur Stelle, um Höfl-Riesch aus dem Sicherheitsnetz zu befreien.

Die Rettungsaktion zog sich allerdings immer mehr in die Länge, sodass bald klar war, dass sich Höfl-Riesch wohl schwerer verletzt hatte. Während im Ziel die Siegerehrungen für Herren- und Damen-Abfahrt sowie -Weltcup abgehalten wurden, musste Höfl-Riesch mit den Notarzt-Hubschrauber ins Spital geflogen werden.

Heli-Bergung als Vorsichtsmaßnahme
Am frühen Nachmittag gab man sich im DSV-Lager vorsichtig optimistisch. Die Helikopterbergung war nicht aufgrund der Schwere der Verletzung durchgeführt worden, sondern weil es wegen der schmerzhaften Schulter so für die Patientin erträglicher war, so DSV-Damen-Cheftrainer Thomas Stauffer. Am Abend kam dann die Hiobsbotschaft für die Deutsche. Die Saison ist für sie vorbei und Anna Fenninger steht quasi als Gesamtsiegerin im Weltcup fest.

Höfl-Riesch mit Heli abtransportiert

Weltcup fix an Fenninger?
Im Gesamt-Weltcup hat Anna Fenninger vor den letzten drei Rennen 11 Punkte Vorsprung auf Höfl-Riesch. Da die Deutsche in den letzten Rennen nicht mehr antreten kann, hätte Fenninger die große Kristallkugel bereits mehr oder weniger fix - Lara Gut hat bereits 235 Punkte Rückstand und kann nur mehr im Super-G und RTL punkten.

Siegerehrung ohne Siegerin
Als nach der Siegerehrung für das Tagesrennen auch jene für die Disziplinwertung aufgerufen wurde, bot sich ein äußerst bizarres Bild. Auf einem Hügel im Hintergrund landete der Helikopter mit der verletzten Höfl-Riesch an Bord, vorne standen die zweitplatzierte Fenninger und die Dritte Tina Maze (Slowenien) auf dem Podest. Der für Höfl-Riesch in der Mitte reservierte Platz blieb frei und die Klänge der deutschen Hymne gingen im Hubschrauberlärm unter.

© APA
Sturz-Drama um Maria Höfl-Riesch

(c) APA

"Das war generell eine komische Stimmung, ohne Siegerin auf dem Podium zu stehen. Da kann man sich selbst nicht so freuen", sagte Fenninger. "Mit meinem Platz heute bin ich sehr zufrieden, von den Emotionen her ist es eher schwierig wegen Maria. Das ist sehr bitter für sie, ich hoffe, es ist nicht all zu schlimm." Was das für den Gesamtweltcup bedeute, müsse sie abwarten, bis sie erfahre, wie es Maria gehe.
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