Rede zur Lage der Nation
Putin gibt sich streichelweich
Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Landsleute zu "Einigkeit in schweren Zeiten" aufgerufen. "Russland muss viele Probleme bewältigen, (...) aber die Bürger haben sich um patriotische Werte zusammengeschlossen", sagte er am Donnerstag in seiner Rede an die Nation.
"Wir sind ein geeintes Volk und haben nur ein Russland", betonte Putin im Kreml vor rund 1000 Amts- und Würdenträgern. Er erinnerte an den bevorstehenden 100. Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland. "Wir wissen alle, welche Folgen große Erschütterungen haben", sagte der Kremlchef. Die russische Gesellschaft dürfte sich nicht "durch Verbitterung spalten" lassen.
Bereit um zusammenzuarbeiten
Trotz massiver Spannungen zwischen Russland und dem Westen hat Russlands Präsident Wladimir Putin seine Kooperationsbereitschaft betont. "Wir wollen keine Konfrontation, wir suchen keine Feinde", sagte Putin bei einer Rede an die Nation am Donnerstag in Moskau. "Wir brauchen Freunde, aber wir dulden keine Missachtung unserer nationalen Interessen."
Russlands Politik in der Ukraine-Krise und im Syrien-Konflikt hat die schwersten Spannungen mit dem Westen seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst. Vor allem das Verhältnis zu den USA unter Präsident Barack Obama ist zerrüttet.
Zugleich betonte Putin, Russland sei zur Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung bereit. "Es ist wichtig, dass wir unsere Beziehungen normalisieren und anfangen, unser bilaterales Verhältnis auf gleichberechtigter Ebene zu entwickeln", sagte er. Putin hatte sich nach der Wahl des künftigen US-Präsidenten Donald Trump für eine Annäherung ausgesprochen. Auch die Partnerschaft mit China sei für Russland wichtig, ergänzte Putin.
Mit Trump im Kampf gegen Terrorismus
Putin setzt bei der Zusammenarbeit mit Trump vor allem auf einen gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Beide Länder hätten eine gemeinsame Verantwortung für die globale Sicherheit, sagte Putin.
Trump hatte im Wahlkampf eine neue Russlandpolitik angekündigt und mit Blick auf den Nahen Osten gesagt, dass das Hauptaugenmerk auf dem Kampf gegen die islamistische Extremistenmiliz IS liegen müsse. Russland bezeichnet in Syrien auch die von den USA unterstützten Rebellengruppen gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad als Terroristen. Am Mittwochabend hatte sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel optimistisch gezeigt, dass mit Trump auch eine Zusammenarbeit in der Klimapolitik möglich sein könnte.
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