Proteste

Regierungsgegner im Jemen erschossen

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Mehrere weitere Personen wurden bei den Protesten schwer verletzt.

Bei regierungskritischen Protesten gegen den jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh hat die Polizei am Montag in der Stadt Aden im Süden des Landes einen Demonstranten erschossen. Er sei zunächst verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden und dort seinen Verletzungen erlegen, sagten die behandelnden Ärzte der Nachrichtenagentur AFP. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, einer von ihnen schwer, hieß es weiter. Nach Augenzeugenberichten schossen die Polizisten aus zwei Fahrzeugen heraus in die Menge.

Erst am Sonntag war in Aden ein Demonstrant getötet worden, als die Polizei hunderte Teilnehmer einer Kundgebung mit Tränengas auseinandertrieb. Damit starben seit dem Beginn der Proteste gegen die Staatsführung am 13. Februar allein in der Hafenstadt zwölf Regierungsgegner. Saleh hatte angesichts der Protestwelle den Verzicht auf eine weitere Kandidatur nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2013 sowie politische Reformen angekündigt. Die Demonstranten fordern jedoch seinen sofortigen Rücktritt.

Proteste
Vor der Universität in der Hauptstadt Sanaa versammelten sich bis in der Früh erneut tausende Studenten und Oppositionsanhänger zu einem Sitzprotest gegen den Präsidenten. Auf Transparenten forderten sie den Sturz des seit 32 Jahren regierenden Staatschefs und einen gesellschaftlichen Wandel, wie ein AFP-Journalist berichtete. In Anlehnung an den zentralen Schauplatz der Proteste in Ägyptens Hauptstadt Kairo benannten sie den Platz vor der Hochschule in Tahrir-Platz um.

Am Sonntag hatte sich die parlamentarische Opposition im Jemen der Protestbewegung gegen Saleh angeschlossen. Anhänger des Staatschefs waren in den vergangenen Tagen mit Messern, Knüppeln und Steinen gegen Regierungsgegner vorgegangen.

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