US-Präsident Donald Trump hat für Donnerstag Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon angekündigt.
Er wolle eine "kleine Atempause zwischen Israel und dem Libanon schaffen", schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Man sie sich keiner neuer, bevorstehender Kontakte zu Israel bewusst, ließ die libanesische Regierung daraufhin wissen.
Die "Anführer" beider Länder würden erstmals seit rund 34 Jahren miteinander sprechen, teilte Trump mit, ohne Angaben zu den Teilnehmern zu machen oder weitere Details zu nennen. "Morgen (Donnerstag) wird es passieren. Fein!" Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter Israels und des Libanon am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse.
Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Seit Beginn des Kriegs Israels und der USA gegen den Iran Ende Februar hat die pro-iranische, libanesische Schiitenmiliz Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Es gehe darum, zu versuchen, "etwas Luft zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen", schrieb Trump. Wen genau Trump mit den "Anführern" beider Länder meint, geht aus seinem Post nicht hervor. Der libanesische Ministerpräsident ist Nawaf Salam, sein israelischer Kollege ist Benjamin Netanyahu. Die Präsidenten beider Länder heißen Joseph Aoun und Isaac Herzog.
Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es am Donnerstag in der Früh, man habe von dem geplanten Gespräch selbst erst aus den Medien erfahren. Medien berichteten von einem möglichen Telefongespräch. Auch aus dem Büro Netanyahus gab es zunächst keine Bestätigung für ein geplantes Gespräch.
Israel fordert Entwaffnung der Hisbollah
Man führe Verhandlungen mit dem Libanon, sagte Netanyahu laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend. Dabei gehe es um zwei zentrale Ziele, erklärte der Ministerpräsident: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz "und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke." Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem andauernden Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanon erreichen.
Das israelische Sicherheitskabinett wollte laut Medienberichten am selben Abend über eine Waffenruhe beraten, die Sitzung sei aber ohne Beschluss beendet worden, schrieb "Axios"-Reporter Barak Ravid auf der Plattform X. Die Hisbollah ist nicht nur eine Miliz, sonder als Partei auch ein maßgeblicher, politischer Faktor im Libanon.