Tim und Struppi

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Spielberg: Gefeiert bei Comic-Premiere

Zweimal roter Teppich am selben Tag, fröhliche Fans aus aller Welt und ein bestens gelaunter Steven Spielberg: In Brüssel und Paris ließ sich der "König von Hollywood" am Samstag, 22.10., für seine nach Meinung der meisten Kritiker rundum gelungene 3D-Animationsverfilmung der Abenteuer von Tim und Struppi feiern. Die Doppelpremiere in Europa sei auch eine "Verneigung vor dem Genie des großen Herge", sagte Spielberg unter großem Beifall vor dem Premierenkino UGC De Brouckere im Zentrum der belgischen Hauptstadt.



"Herge mochte das Kino"
Dass der belgische Comicautor den mit moderner Digitaltechnik produzierten 3D-Film "Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn'" geliebt hätte, steht für den Regiestar aus Hollywood fest: "Davon bin ich völlig überzeugt." Herge habe zwei Wochen vor seinem Tod im Jahr 1983 noch einmal mit ihm telefoniert und dabei gesagt, wie gern er es sehen würde, dass der US-Regisseur seine Comics verfilme. "Herge mochte das Kino, er mochte auch meinen 'Indiana Jones'-Film, und er hat viele Inspirationen aus spannenden Kinofilmen für seine Comics gewonnen."

Diashow Spielberg bei "Tim und Struppi" Premiere

"Tim und Struppi" Premiere in Brüssel.

Spielberg und Elmaleh

Spielberg bei der Premiere

Spielberg schreibt Autogramme

Spielberg schreibt Autogramme

Tim und Struppi

Steven Spielberg in Europa

Steven Spielberg in Europa

Spielberg und Elmaleh

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Fans aus aller Welt
Zum Schaulaufen auf den roten Teppichen waren "Tim und Struppi"-Fans aus aller Welt gekommen. Spielberg betonte, für die erste Premiere habe er "natürlich Brüssel als Heimat Herges und Geburtsort von Tintin ausgewählt". Tintin ist Tims Originalname in Herges französischsprachigen Comics. Den Film erst in Amerika und danach in Europa zu zeigen, wäre ihm vorgekommen "wie eine Entführung von Tintin in die USA". Auch Herges Witwe Fanny Rodwell dürfte das gern gehört haben, die neben der belgischen Prinzessin Astrid zu den Premierengästen gehörte.

Von Brüssel nach Paris
Passend zum Stil der Herge-Comics reiste die Filmcrew mit etlichen Promigästen in einem Thalys-Schnellzug im "Tim und Struppi"-Design von Brüssel nach Paris. Zur hollywoodreifen Inszenierung gehörte, dass Spielberg anschließend die Lokomotive mit einem riesigen Autogramm verzierte. Wie in Brüssel schmückten auch in Paris als Figuren aus "Tim und Struppi" verkleidete Fans die Party - neben Tim auch mehrfach Kapitän Haddock sowie die Detektive Schulze und Schultze. Echt waren die weißen Struppi-Foxterrier, die einige Fans mit zur Show am Roten Teppich gebracht hatten.

Basiert auf drei Comics

In Österreich läuft der mit Spannung erwartete Film am 26. Oktober an. Die Kinostory basiert auf drei der mehr als 20 Comicalben von Herge - "Das Geheimnis der Einhorn", "Der Schatz Rackhams des Roten" und "Die Krabbe mit den goldenen Scheren". Im Mittelpunkt steht die rasant inszenierte Suche nach einem geheimnisumwobenen Riesenschatz aus dem gesunkenen Schiff "Einhorn".

"Rückkehr in Kindheit"
Die Arbeit an dem Film sei für ihn "wie eine Rückkehr in meine Kindheit gewesen", sagte Spielberg in Paris. "Ich liebe nun einmal Abenteuer, und dies ist einer der größten Abenteuerfilme, die ich je machen konnte." Tim-Darsteller Jamie Bell ("Billy Elliot") erzählte, was er an der Figur des jungen unerschrockenen Reporters so "cool" findet: "Er ist normaler Bursche, kein Superheld-Typ. Er versteckt sich nicht hinter einer Maske, hat keine übernatürlichen Kräfte und er ist nicht abhängig von irgendwelcher Technologie, um brenzlige Situationen zu überstehen. Er schafft alles mit Schlauheit und Heldenmut."

Rechte seit 30 Jahren
Spielberg hatte die Filmrechte an den Herge-Comics schon vor rund 30 Jahren erworben. Immer wieder habe er sich an eine Verfilmung machen wollen, sagte er. Doch jedes Mal habe er sich dagegen entschieden, weil die technischen Möglichkeiten ihm noch nicht ausreichend für eine angemessene Kinoversion erschienen. Der Regisseur nahm das Projekt schließlich in Angriff, nachdem ihm sein neuseeländischer Kollege Peter Jackson ("Der Herr der Ringe") die neuen Möglichkeiten der sogenannten Performance-Capture-Technik vorführte. Das Ergebnis ist eine perfekte Fusion von realem Schauspiel und digitaler Animation. Alle Darbietungen - von Jamie Bell als Tim bis zu der von Daniel Craig als Schurke Sakharin - wirken wie aus dem Comicheft entnommen und zugleich lebensecht. Anders als in Europa und Asien kommt der Film in den USA erst kurz vor Weihnachten in die Kinos.

Aufmerksamkeit
Damit erreicht Spielberg daheim größte Aufmerksamkeit vor der Oscar-Entscheidung Anfang des kommenden Jahres. Er hoffe, dass der Erfolg von "Tim und Struppi" im Ausland das Interesse in den USA anheizt. "Die Leute dort kennen Tim und Struppi bisher kaum." Sollte sich der Film als Erfolg erweisen, sagte Spielberg augenzwinkernd, werde es sicher weitere "Tim und Struppi"-Kinofilme geben. "Für einen zweiten wird bereits am Drehbuch gearbeitet, aber welche Comicalben die Vorlage sind, sagen wir jetzt noch nicht."
 

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