Auch die Fledermaus ist heute eben lauter

Operettenkritik

Auch die Fledermaus ist heute eben lauter

Nach Ende der Vorstellung Standing Ovations für Otto Schenk, als er nach einem Vierteljahrhundert endlich wieder in der Staatsoper vor den Vorhang kommt. Er hat seine 32 Jahre alte Fledermaus-Inszenierung neu einstudiert. Die Ausstattung erhält immer noch Szenenapplaus, die Regie und deren optische Pointen provozieren immer wieder Lacher. Allerdings bringt die Erneuerung zuweilen eine Vergröberung. Auf der Straße und im Theater ist eben alles viel lärmender geworden.

Ensemble
Kurt Streit, einst ein Mozart-Spezialist, überzeichnet den Eisenstein und gibt einen Hektiker mit viel Geschrei und wenig Charme. Zoryana Kushpler quält sich und uns mit den Spitzentönen des Orlofsky, macht aber gute Figur. Peter Simonischek spielt den Gefängniswärter Frosch ganz im Stil Schenks und mancher Nachfolger, ist aber eine völlig andere Persönlichkeit, die nicht zur Geltung kommt.

Viel stärkeren Eindruck machen, auch dank Franz Welser-Mösts animierender orchestraler Partnerschaft, Rosalinde und Adele. Die Hamburgerin Michaela Kaune (Hausdebüt) tritt glaubhaft als Wiener Society-Dame auf und imponiert mit gut geführter, großer Stimme. Daniela Fally hat Spaß am und als Stubenmädchen, vereint vokalen Witz mit Virtuosität.

Ausgezeichnet Rainer Trost (Alfred) und Alfred Sramek (Frank). Markus Eiche weckt mit seiner schönen Stimme und noblen Bühnenpräsenz Sehnsucht nach einem baritonalen Eisenstein, singt aber (vorläufig?) nur den Dr. Falke.

Karl Löbl
 

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