Martin Puntigams

Science-Kabarett

© kabarett.at

Martin Puntigams "Science Buster"-Edutainment

Der Theoretische Physiker Heinz Oberhummer und der Experimentalphysiker Werner Gruber haben sich die unterhaltsame und verständliche Vermittlung von Forschung und Technik auf die Fahnen geschrieben. Der eine mit seinem Projekt "Wissenschaft in Hollywood-Filmen", der andere mit Vorträgen von kulinarischer Physik bis zur Physik des Papierfliegers. Wenn sich diese beiden mit dem Kabarettisten Martin Puntigam, der auch schon als Quark über die Bühne gehüpft ist, zu den "Science Busters" zusammenschließen, um in fünf Abenden im Wiener Theater Rabenhof die Welt zu erklären, sind die Erwartungen hoch. Für den ersten Abend hatten sich die drei die Geschichte des Mondflugs ausgesucht - doch abgehoben haben sie dabei nicht.

Wissenschaft mit Wiener Schmäh
Bisherige Wissenschafts-Vermittlungsversuche waren nicht gerade erfolgreich - man erinnere sich nur an teure Kampagnen mit Birnen und Affen -, oder fanden Anklang, wurden aber nicht fortgesetzt, wie die "Lange Nacht der Forschung". Die Kombination liebenswert skurriler bzw. mit Wiener Schmäh ausgestatteter Wissenschafter mit einem an Forschungsthemen interessierten Kabarettisten, unterstützt von Bühnenexperimenten und Ausschnitten populärer Kinofilme weckte deshalb Hoffnung. Vielleicht könnte man so die Sperrigkeit bisheriger Vermittlungsbemühungen durchbrechen und eine breitere Bevölkerung erreichen.

Weder Experimentiershow noch Pointenfeuerwerk
Doch die "Science Busters" blieben hinter den Erwartungen zurück. Wer sich auf eine fulminante Experimentiershow auf offener Bühne wie in diversen Wissenschaftsshows deutscher Privat-TV-Sender gefreut hatte, wurde enttäuscht. Ebenso wie jene, die mit einem Pointenfeuerwerk rund um die Naturwissenschaften gerechnet hatten.

Geschichte der Raumfahrt
Vielleicht lag es am Thema des ersten Abends: die Geschichte der Raumfahrt von den ersten Raketenstarts bis zur Mondlandung - also eigentlich eine Sache der Ingenieurleistungen und weniger der Wissenschaft. Nicht nur, dass man vieles schon aus unzähligen Dokumentationen kennt, die alle fünf Jahre zu irgend einem runden oder halbrunden Weltraum-Jubiläum - in deutlich besserer Qualität als auf die Bühne gebeamt - über die TV-Schirme flimmern. Das Thema verleitet offenbar auch dazu, phasenweise wieder in den bekannten volkshochschulähnlichen Vortragsstil abzugleiten.

"Loser" in der Raumfahrt
Dennoch lieferte der Abend auch Überraschungen. Etwa, dass nicht Juri Gagarin 1961 der erste Mensch im All war, sondern zuvor schon der US-Air Force-Pilot Joseph Kittinger 1960 mit einem Helium-Ballon auf eine Höhe von 30 Kilometer gebracht wurde und von dort mit dem Fallschirm absprang. Und in Ansätzen kam heraus, wie es gehen könnte. Wenn etwa Gruber sich den "Losern" der Weltraumfahrt widmet. Doch das Konzept, das sich durchaus als roter Faden geeignet hätte, wurde zu schnell wieder aufgegeben. Unklar war auch Puntigams Rolle zwischen den beiden Wissenschaftern, die zwischen Conferencier, Vortragender, Stichwort- und Pointengeber schwankte. Dabei hätte sich die Doppelconference-Rolle des "Bleden" zwischen den beiden Kapazundern durchaus angeboten.

Doch das Trio hat noch vier Chancen, zu zeigen, was es draufhat. Bis zum Jänner widmen sich die "Science Busters" an vier Abenden im Rabenhof weiteren Themen wie Bombenkoffern, Christbaumbränden, dem Mars-Flug und Aliens.

"Science Busters" im Theater Rabenhof, mit Martin Puntigam, Heinz Oberhummer und Werner Gruber, weitere Vorstellungen mit unterschiedlichen Themen am 21.11., 12.12., 16.1. und 30.1., jeweils 20.00 Uhr; Internet: http://www.rabenhof.at

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