Schenks Fledermaus wird live übertragen

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Schenks Fledermaus wird live übertragen

Otto Schenk ist nicht nur Österreichs populärster Schauspieler, ein begnadeter Komödiant und grandioser Grantler, hinter dessen Genie der Lustigkeit der Abgrund lauert, sondern er ist auch als gefeierter Opernregisseur um die Welt gereist.
Für die heutige Silvestervorstellung der Staatsoper (live am Karajan-Platz und auf Arte) hat der König der Komödie Die Fledermaus von Johann Strauß, das luftige Meisterwerk des Walzerkönigs, wiederaufgenommen. ÖSTERREICH gab er das Interview.

ÖSTERREICH: Ihre Wiener „Fledermaus“-Inszenierung stammt aus dem Jahr 1979. Können Sie sich an Ihr Regiekonzept überhaupt noch erinnern?
Otto Schenk: Ich habe nie ein Regiekonzept, ich möchte Geschichten erzählen. Es gibt die geniale Musik von Johann Strauß, lauter tolle, neue Sänger und meinen geliebten Chor, aus denen ich Sinn und Unsinn dieser gigantischen Partitur herausfordere.

ÖSTERREICH: Wie oft haben Sie „Die Fledermaus“ schon inszeniert?
Schenk: Hundertmal. Ich kann mich an Inszenierungen in Wien, New York, Berlin, Zürich, München, Düsseldorf, Dortmund und fürs Fernsehen erinnern. Das Stück handelt von lebensgefährlicher Unterhaltungssucht und peinlichen Blamagen. Der brave Bürger Eisenstein geht nicht in den Arrest, sondern zum Fest des Prinzen Orlofsky; der Fast-Liebhaber seiner Frau Rosalinde steht schon vor der Tür und muss die Arreststrafe antreten; das Stubenmädel Adele stiehlt von der Gnädigen ein Ballkleid. Beim Fest und im Gefängnis treffen sich dann alle.
Das Ganze wird von einer fantastischen Musik getragen, mit Wunderstellen von Heiterkeit, Venusberg-artiger Erotik, einem seltsamen Waldweben der Trauer, rauschenden Tänzen, einem sentimentalen Walzer und einem Über-Csárdás.
Peter Simonischek spielt erstmals den „Frosch“

ÖSTERREICH: Den Gefängniswärter Frosch, eine Ihrer früheren Glanzrollen, spielt Peter Simonischek …
Schenk: Ich schätze ihn sehr als Schauspieler, er ist auch ein großer Komiker. Der Frosch ist, wie die Shakespeare-Clowns, eine schwere Rolle. Man muss ihn als Gestrandeten spielen mit einem steigenden Sliwowitz-Pegel und einer Selbstverständlichkeit des Unsinns.
 

Autor: E. Hirschmann-Altzinger
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