Ulrich Seidls Drama

Drastisch

© Movienet Kinoverleih

Ulrich Seidls Drama "Import Export"

Regisseur Ulrich Seidl schickt zwei Außenseiter aus West und Ost auf gegenläufige Reisen. Der Wiener Paul, ein junger Arbeitsloser ohne Ausbildung, flieht vor seinem ewigen Scheitern nach Osten, wo er Halt und eine Lebensperspektive sucht. Olga, eine ukrainische Krankenschwester, versucht dem materiellen Notstand ihrer Heimat zu entkommen und emigriert nach Österreich.

Tabuzonen
Der Film begleitet die Reisenden in Tabuzonen der Gesellschaft: Es geht um sexuelle Ausbeutung, um unfassbares Elend in Ghettozonen und um den Tod. Lange Sequenzen spielen in einem geriatrischen Pflegeheim, dessen Bewohner ihrem Lebensende entgegendämmern.

Die Sexszenen sind drastisch, die Passagen in der Geriatrie oft beklemmend. Man hat Seidl Ausbeutung seiner Figuren vorgeworfen, weil er im Altenheim nicht nur Schauspieler, sondern auch Patienten zeigt. Ich meine, der Vorwurf geht ins Leere. Der Film, der in Cannes Furore machte, ist ein humanistischer Aufschrei voller Sehnsucht nach Würde und Geborgenheit.

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