THEMA DER WOCHE
6 Badetote in einer Woche - und die Gefahr steigt!
Eine schwarze Serie schockt zum Beginn der Bade(see)-Saison: Innerhalb von kaum einer Woche gab es in Österreich 8 Todesfälle, die mit 2 besonders tragischen in Wien ihren Anfang nahmen. Vergangenen Sonntag, das Schwimm- und Strandbad Gänsehäufel war bis auf den letzten Liegeplatz bummvoll, ertrank, als er mit seiner Frau und den beiden Kleinkindern am Ostrand war. Plötzlich waren verzweifelte Schreie zu hören: "Mein Mann! Mein Mann!"
Der 39-jährige Rumäne war alleine hinausgeschwommen und untergegangen. Obwohl sofort Dutzende Zeugen nach ihm tauchten und die Einsatzkräfte mit den Bademeistern in kürzester Zeit vor Ort waren, konnte der Familienvater im trüben Wasser nicht mehr rechtzeitig gefunden werden. Als er dann endlich geortet und geborgen war, war es leider zu spät - alle Wiederbelebungsversuche scheiterten.
Seine Kinder Bogdan und die Schwester Cataleya mussten ebenso wie die Mutter und Ehefrau des 39-Jährigen die furchtbaren Szenen miterleben und erlitten dabei einen unvorstellbaren Verlust und ein schlimmes Trauma. Um wenigstens ihren finanziellen Sorgen zu lindern, hat die Schulgemeinschaft der GTVS Wulzendorfstraße in der Donaustadt auf gofundme eine Spendenaktion für die Familie ins Leben gerufen.
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Sprung von Partyboot - nicht mehr aufgetaucht
Noch am selben Abend dann - ebenfalls im Gänsehäufel - die nächste Tragödie: Ein 23-Jähriger - der mit einem Freund auf einem Party-Boot, das sich die beiden an der Alten Donau gemietet hatten, unterwegs gewesen war - sprang ins tiefe Wasser hinein, um sich abzukühlen oder vor der dem Strand zu actionsmäßig zu posen und tauchte im Gegensatz zu seinem Freund nicht mehr auf. Der Bursche mit arabischen Wurzeln konnte ebenfalls nicht mehr reanimiert werden.
Medizinische Notfälle beim Schwimmen
In den darauffolgenden Tagen fanden dann drei ältere Niederösterreicher ihren Tod im kühlen Nass: So wurde ein 82-Jähriger aus dem Bezirk Baden leblos aus dem Dürrsee in Münchendorf (Bezirk Mödling) geborgen. Nur einen Tag vor seinem 83. Geburtstag tauchte er nach einer Schwimmrunde nicht mehr auf. Die Leiche des Abgängigen wurde mittels einer Polizeidrohne im künstlichen Badesee, der von privaten Wohnhäusern und Ferienunterkünften umgeben ist, entdeckt.
Ebenfalls noch am Sonntag wurden die Einsatzkräfte auch nach Payerbach im Bezirk Neunkirchen gerufen. Dort entdeckte ein Ortsbewohner einen Angehörigen leblos in einem privaten Schwimmteich. Der 67-Jährige dürfte einen medizinischen Notfall beim Schwimmen erlitten haben. Die Polizei geht von einem Zusammenhang mit der Hitze aus.
Ohne Erfolg blieben auch die Reanimationsversuche einer 77-jährigen Niederösterreicherin aus dem Bezirk Amstetten, die nach Angaben beim Schwimmen im Pichlingersee, einem Baggersee am Stadtrand von Linz, plötzlich unterging. Die Frau hatte einen Badeausflug gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten unternommen. Laut Augenzeugen dürfte die Schwimmerin rund 40 Meter vom Ufer entfernt wegen gesundheitlicher Probleme in Not geraten sein.
Donnerstag Vormittag starb dann ein 84-Jähriger beim Schwimmen im Attersee bei Nußdorf: Eine SUP-Fahrerin, die direkt neben dem Pensionisten im Wasser war, hörte ihn husten und bot ihm ihr Paddel zum Festhalten an. Doch der Mann ging wortlos unter. Die Zeugin schrie sofort in Richtung Badeplatz um Hilfe. Knapp 30 Minuten später bargen Feuerwehrtaucher den Mann aus einer Tiefe von etwa 10 Metern aus dem See. Trotz sofortiger Reanimationsversuche konnte der anwesende Notarzt nur noch den Tod feststellen.
Es steht zu befürchten, dass die Zahl der Opfer in Bädern und Gewässern in den nächsten Tagen extrem steigen könnte. Vor allem ältere Personen, denen ohnehin schon die Hitze zu schaffen macht, sind vom Herz-Kreislauf her gefährdet: Die Gründe:
- Kälteschock: Die Blutgefäße des aufgeheizten Körpers sind erweitert, um die Hitze abzugeben. Ein plötzlicher Sprung in kaltes Wasser kann die Adern schlagartig verengen. Das kann zu einem massiven Blutdruckanstieg, Herzrasen oder sogar Herzrhythmusstörungen führen.
- Muskelkrämpfe: Die Temperaturunterschiede können Muskelkrämpfe auslösen. Treten diese beim Schwimmen auf, können sie lebensgefährlich werden.
- Kreislaufkollaps: Wer erhitzt ins Wasser geht und vielleicht zu wenig getrunken und dehydriert ist, riskiert, dass der Kreislauf den schnellen Wechsel von extremer Wärme zu Kälte nicht verkraftet und kollabiert.
Tipp von Experten: Arme, Beine und Oberkörper langsam an den Temperaturwechsel gewöhnen: Erst duschen und abkühlen lautet daher die Devise. Keinesfalls sollte man aufgeheizt einfach ins Wasser springen. Schon bei 30 Grad Außentemperatur hat die Hautoberfläche nach einer halben Stunde etwa 40 Grad. Das Wasser komme an der Oberfläche vielleicht auf 25 Grad, weiter unten ist es aber kühler. Das verträgt dann nicht mehr jede*r!
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