Ein Quintett ohne WM-Erfahrung trägt nicht das ÖFB-Trikot und nimmt die Endrunde mit Außenseitern in Angriff. Mit Andres Andrade (Panama), Jacob Italiano (Australien) und Lee Tae-seok (Südkorea) wurden drei Verteidiger nominiert, dazu die Mittelfeldspieler Kerim Alajbegovic (Bosnien) und Yussef Nasrawe (Irak).
Andrade, der mit dem LASK Meister und Cupsieger wurde, debütierte bereits im November 2018. Beim 2:6 im jüngsten Testspiel am 31. Mai gegen Brasilien kam er zum 48. Mal (ein Tor) zum Zug.
Da er beim Gold Cup sowie in der WM-Qualifikation 2025 ein Leistungsträger war, ist davon auszugehen, dass der 27-jährige Innenverteidiger auch in den kommenden Wochen zu regelmäßigen Einsätzen kommen wird. Panama trifft in der Gruppe L auf England, Kroatien und Ghana.
Alajbegovic wichtiger Bosnien-Faktor
Eine wichtige Rolle dürfte auch Alajbegovic, der im Sommer von Salzburg zum deutschen Bundesligisten Bayer Leverkusen wechselt, im bosnischen Trikot spielen. Der 18-Jährige hat auf dem Weg zur WM in den entscheidenden Play-off-Partien von Bosnien-Herzegowina gegen Wales und Italien Akzente setzen können, dabei auch jeweils Nervenstärke im Elfmeterschießen bewiesen. In neun Länderspielen traf das Offensivass einmal. Weitere Chancen bieten sich in den Pool-B-Partien gegen Kanada, Katar und die Schweiz.
Lee Tae-seok konnte bei seinen 14 Matches für Südkorea auch schon ein Tor erzielen. Auch der Linksverteidiger von Austria Wien hat noch keine WM-Luft geschnuppert. Sein Team misst sich in der Gruppe A mit Gastgeber Mexiko, Südafrika und Tschechien. Der 19-jährige Nasrawe von der SV Ried sprang spät auf den WM-Zug auf. Am 29. Mai, beim 1:0-Erfolg über Andorra, gab er erst sein Debüt im Irak-Trikot.
Nun warten in Pool I Aufeinandertreffen mit Frankreich, dem Senegal und Norwegen. Noch keine lange Teamvergangenheit hat auch der Australier Italiano. Der 24-jährige GAK-Verteidiger spielte am 11. Oktober 2025 erstmals. Sein mehr als 60-minütiger Einsatz am 31. Mai, beim 0:1 gegen Mexiko, war sein vierter. Australien bekommt es in der Gruppe D mit den USA, Paraguay und der Türkei zu tun.
Schlager, Schöpf, Kalajdzic im ÖFB-Trikot
Im ÖFB-Kader scheinen Salzburg-Tormann Alexander Schlager, Ex-WAC- und Neo-LASK-Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf sowie Stürmer Sasa Kalajdzic, dessen Leihgastspiel beim LASK zu Ende gegangen ist, auf. Die ÖFB-Auswahl von Teamchef Ralf Rangnick spielt bei der ersten WM-Teilnahme seit 1998 gegen Jordanien, Argentinien und Algerien (Pool J).
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Weitere 18 Akteure sind bei der WM zu beobachten, die in der Vergangenheit in der Bundesliga gespielt haben. Hwang Hee-chan (Wolverhampton/Südkorea), Amar Dedic (Benfica Lissabon/Bosnien), Noah Okafor (Leeds United/Schweiz), Brendan Aaronson (Leeds United/USA), Erling Haaland (Manchester City/Norwegen), Sadio Mane (Al Nassr/Senegal), Dayot Upamecano (Bayern München/Frankreich), Gideon Mensah (Auxerre/Ghana), Duje Caleta-Car (Real Sociedad/Kroatien), Marin Pongracic (Fiorentina/Kroatien), Luka Sucic (Real Sociedad/Kroatien) und Lawrence Ati-Zigi (St. Gallen/Ghana) haben allesamt Salzburg-Vergangenheit.
Tabakovic am Mittelfuß verletzt
Haris Tabakovic (Mönchengladbach/Bosnien), der am Mittelfuß verletzt ist, spielte bei Austria Wien und Lustenau. Vergangenheit bei den Wienern hat auch Osman Hadzikic (Slaven Belupo/Bosnien). Beim Lokalrivalen Rapid war Mert Müldür (Fenerbahce Istanbul/Türkei) tätig. Keito Nakamura (Stade de Reims/Japan) und Ante Budimir (Osasuna/Kroatien) standen einmal beim LASK unter Vertrag, Ruben Providence (Almere City FC/Haiti) ging für Hartberg auf Torjagd.
Erfahrungen im heimischen Nachwuchs haben zudem Ermin Mahmic (Slovan Liberec/Bosnien) beim LASK und Rapid sowie Mateo Kovacic (Manchester City/Kroatien) nur bei den Linzern gesammelt. Mit Jesse Marsch ist auch ein Trainer bei der WM zu sehen, der zwischen 2019 und 2021 erfolgreich bei Salzburg tätig war. Seit Mai 2024 coacht er das kanadische Nationalteam.
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