Am 11. Juli soll Kanye West, der mittlerweile unter dem Namen Ye auftritt, nahe der albanischen Hauptstadt Tirana auftreten. Doch schon vor dem ersten Song sorgt das Konzert für heftige Diskussionen.
Die Regierung von Premierminister Edi Rama stellte kurzfristig vier Millionen Euro zur Verfügung, damit das Event stattfinden kann. Kritiker sprechen von einer Verschwendung von Steuergeld – vor allem, weil West wegen seiner antisemitischen Äußerungen und der Verwendung von NS-Symbolik international immer wieder für Empörung gesorgt hat.
Regierung verteidigt Millionen-Ausgabe
Premier Rama hält die Investition dennoch für richtig. Nach seinen Angaben haben bereits rund 25.000 Fans aus etwa 80 Ländern Tickets gekauft. Das Konzert soll Albanien international ins Rampenlicht rücken und der Wirtschaft einen kräftigen Schub verleihen.
Der Regierungschef rechnet mit Einnahmen von rund 100 Millionen Euro – unter anderem durch Hotels, Gastronomie und Tourismus.
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Warum der Rapper so umstritten ist
Kanye West sorgt seit Jahren mit Skandalen für Schlagzeilen. Vor allem seine antisemitischen Aussagen lösten weltweit Empörung aus. Mehrere Unternehmen – darunter Adidas und Balenciaga – beendeten daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Rapper. Zudem veröffentlichte West immer wieder Beiträge in sozialen Netzwerken, in denen er Adolf Hitler lobte oder mit nationalsozialistischer Symbolik spielte. Wegen dieser Äußerungen wurde sein Konto auf verschiedenen Plattformen zeitweise eingeschränkt und zahlreiche geplante Kooperationen platzten. Trotz der anhaltenden Kontroversen verfügt der Musiker nach wie vor über eine riesige Fangemeinde und füllt weltweit Konzerthallen.
Proteste und scharfe Kritik
In Albanien sorgt die Entscheidung jedoch für heftigen Gegenwind. In sozialen Netzwerken werfen zahlreiche Nutzer der Regierung vor, Millionen für ein Konzert auszugeben, während an anderer Stelle Geld fehle. Zusätzliche Brisanz erhält der Fall, weil das Konzert in eine Phase anhaltender Proteste gegen die Regierung fällt. Demonstranten kritisieren unter anderem umstrittene Bauprojekte und werfen der Regierung Korruption vor – Vorwürfe, die Premier Rama zurückweist.
Riesige Bühne eigens gebaut
Für den Auftritt wird sogar ein provisorisches Stadion errichtet. Tausende Arbeiter sind im Einsatz, um die Konzertstätte rechtzeitig fertigzustellen. Ob sich die Millionen-Investition am Ende tatsächlich auszahlt oder zum politischen Bumerang wird, dürfte sich spätestens nach dem Konzert zeigen.
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