Strengerer Schutz
Collien Fernandes rechnet in Wien ab: "Nicht ernst genommen"
Die Zahlen einer repräsentativen Befragung des Deutschen Frauenrats sind bedrückend. 67 Prozent der Frauen in Deutschland schränken ihr Verhalten im Netz aus Angst vor digitaler Gewalt vorsorglich ein.
Vorsichtsmaßnahmen
Aus Sorge vor sexualisierten Deepfakes und entwürdigenden KI-Darstellungen vermeiden sie das Teilen von Bildern, Videos oder persönlichen Informationen. 13 Prozent der Befragten haben bereits negative Erfahrungen mit Deepfakes gemacht, bei den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. Zu den Betroffenen gehört auch Collien Fernandes, von der jahrelang sexualisierte und pornografische Inhalte gegen ihren Willen verbreitet wurden.
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Kritik an Ermittlungen und Täterfokus
Fernandes kritisierte bei der Konferenz im Gespräch mit Barbara Blaha, der Gründerin des Momentum-Instituts, dass Opfer oft keine Handhabe hätten. Die meisten Opferanwältinnen und Opferanwälte hätten ihr berichtet, dass entsprechende Fälle eingestellt wurden. Die Schauspielerin spricht von einem Frauenproblem, das nicht ernst genommen werde, und bezeichnet die niedrigen Verurteilungsraten angesichts eines riesigen Dunkelfelds als katastrophal. Sie fordert, dass im Bereich Frauenschutz etwas passieren müsse, und kritisiert die ständige Fokussierung auf die Opfer sowie herrschende Klischeevorstellungen.
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Belastung durch Vorwürfe
Die Schauspielerin berichtete von massiven persönlichen Folgen wie Panikattacken und einer immensen Belastung durch Verleumdungen und Falschbehauptungen nach der Tat. Der Spiegel hatte im März über die Erstellung von Fake-Accounts durch Christian Ulmen im Namen seiner Ex-Frau berichtet, über die pornografisches Material übermittelt worden sein soll. Wegen Gewaltvorwürfen ermittelt seit Ende Mai die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Ulmen, wobei die Unschuldsvermutung gilt. Das zuständige Oberlandesgericht bezeichnete es als unstrittig, dass Ulmen Deepfake-Pornofotos von Fernandes erstellt hat. Gegen den Kernvorwurf der Erstellung von Fake-Profilen ging er gar nicht vor.
Wünsche für Bildung und Empathie
Fernandes beklagte eine nachlassende Empathie in der Gesellschaft sowie die starke Verbreitung von Desinformation im Internet. Für die Zukunft fordert sie konkrete Schulungen für Einsatzkräfte zur Vermeidung von Victim Blaming nach spanischem Vorbild sowie eine frühzeitige Aufklärung von Buben an Schulen über Grenzen. Zudem wünscht sie sich mehr wütende und aktive Frauen im Einsatz gegen digitale Gewalt.
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