Rätselraten

Das steckt hinter Lindsey Vonns Nominierung

Skifahrerin jubelt mit US-Flagge und Skiern bei den Olympischen Winterspielen 2018.
© imago/Sven Simon
Lindsey Vonn steht trotz ihrer schweren Verletzung im US-Skiteam. Doch hinter der überraschenden Nominierung steckt mehr, als zunächst vermutet wurde.
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Die Ski-Welt rätselt über Lindsey Vonns (41) Zukunft. Obwohl die Amerikanerin nach ihrem schweren Olympia-Sturz noch mitten in der Rehabilitation steckt und eine weitere Operation bevorsteht, führt sie der US-Skiverband im A-Kader für die Saison 2026/27. Ein überraschendes Comeback-Signal? Ein genauer Blick auf die Nominierungskriterien und die bisherigen Mitteilungen des Verbands liefert eine andere Erklärung.

Vonn stand bereits seit Mai auf der Liste

Denn die vermeintlich überraschende Entscheidung ist keineswegs erst in dieser Woche gefallen. Schon am 6. Mai hatte US Ski & Snowboard Vonn für die kommende Saison nominiert – nur drei Monate nach ihrem folgenschweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Cortina.

Der amerikanische Verband stellt seinen Kader in zwei Schritten zusammen: Im Mai werden die Athleten anhand sportlicher Kriterien nominiert, im Oktober folgt nach Annahme der Nominierung und Erfüllung der Teamvorgaben die offizielle Bekanntgabe.

Am Mittwoch wurde dieser zweite Schritt vollzogen. Vonn steht damit ebenso im A-Kader wie Mikaela Shiffrin und Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson.

Ihre Weltcup-Erfolge geben den Ausschlag

Entscheidend für die Aufnahme sind die sportlichen Qualifikationskriterien des US-Verbands. Diese orientieren sich unter anderem an internationalen Ranglisten und Wettkampfergebnissen.

Vonn hatte vor ihrem Olympia-Sturz noch zur Weltspitze in der Abfahrt gehört. Ihre sportlichen Leistungen waren somit die Grundlage für die Kadernominierung, nicht eine neue Einschätzung ihrer gesundheitlichen Verfassung.

Die amerikanische Nachrichtenagentur AP hatte bereits im Mai darauf hingewiesen, dass Vonns Aufnahme zunächst eine Formalität aufgrund ihrer Ergebnisse sei.

Auch in seiner jüngsten Mitteilung betont der Verband ausdrücklich, dass sich die 84-fache Weltcupsiegerin weiterhin von ihren Olympia-Verletzungen erholt. Ein konkreter Rennstart wird nicht angekündigt.

Eine Operation steht noch bevor

Von einem baldigen Comeback kann derzeit ohnehin keine Rede sein. Vonn hatte nach ihrem komplizierten Schienbeinbruch mehrere Operationen überstehen müssen. Ein weiterer Eingriff zur Entfernung von Metallteilen und zur Behandlung ihres verletzten Kreuzbandes steht noch bevor.

Bereits Ende April erklärte die Amerikanerin gegenüber AP, dass vor der Saison 2027/28 keine Rückkehr in den Weltcup infrage komme. Selbst diesen Zeitpunkt bezeichnete sie nicht als konkretes Comeback-Ziel.

Auch gegenüber ESPN blieb sie vorsichtig. Mehrere Voraussetzungen müssten für eine Rückkehr erfüllt sein. Die Chancen schätzte sie selbst als gering ein, schloss ein weiteres Comeback aber nicht vollständig aus.

Kaderplatz ist keine Comeback-Zusage

Damit bekommt die überraschende Nominierung eine andere Bedeutung: Vonn erfüllt aufgrund ihrer bisherigen Leistungen die sportlichen Voraussetzungen für einen Platz im US-A-Team. Ob sie jemals wieder ein Weltcuprennen bestreitet, ist davon unabhängig.

Eine medizinische Freigabe oder einen Zeitplan für die Rückkehr auf Schnee hat der Verband mit seiner Kaderbekanntgabe nicht veröffentlicht.

Die Entscheidung über ihre sportliche Zukunft liegt weiterhin bei Vonn. Ihr Platz im US-Team ist gesichert, ein weiteres Comeback dagegen keineswegs.

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