Neues Fotoprojekt

Franz Josef Baur: "Abrechnung mit mir selbst"

Muskelbepackter älterer Mann posiert im Bodybuilding-Stil vor einer Holzwand auf grünem Boden.
© Hilde Van Mas
In einer Zeit, in der der eigene Körper immer mehr zum Statussymbol wird, setzt der österreichische Künstler ein kraftvolles Zeichen gegen den modernen Optimierungswahn.
OE24 auf Google bevorzugen

Mit "The Cult of Perfection" beleuchtet Franz Josef Baur die omnipräsente Frage, warum das Streben nach makelloser Perfektion für so viele Menschen zu einer dauerhaften Belastung geworden ist. In seinen Arbeiten hinterfragt er kritisch, wie der Wunsch nach Anpassung die eigene Persönlichkeit schleichend verdrängt.

Person in rosa Netzstrumpfhose und weißem, hochgezogenen Shirt an Sprossenwand in Turnhalle.
Franz Josef Baur © Hilde Van Mas

Für den Künstler selbst entwickelte sich der Entstehungsprozess zu einer unerwartet tiefen, persönlichen Reise: "Ich war und bin selbst Teil dieses Kults. The Cult of Perfection ist kein Urteil über andere – sondern eine Abrechnung mit mir selbst", gesteht Baur gewohnt reflektiert.

Internationaler Erfolg

Ein älterer Mann in Sportkleidung und roten High Heels kniet auf einer Holzbank in einer Turnhalle.
Franz Josef Baur © Hilde Van Mas

Die emotionale Wucht und gesellschaftliche Relevanz des Themas schlagen auch international hohe Wellen. Das renommierte Dazed Korea Magazine widmete dem Künstler jüngst ein ausführliches Interview, in dem Baur über die Entstehung seines Werks und den menschlichen Körper als Spiegel unserer heutigen Leistungsgesellschaft sprach.

Ein älterer Mann in togaähnlicher Kleidung und roten High Heels steht auf grünem Boden.
Franz Josef Baur © Hilde Van Mas

Kern seiner künstlerischen Botschaft ist der Mut zum Unperfekten als Schlüssel zu echter Unabhängigkeit. Baur bringt es auf den Punkt: "Vielleicht ist der radikalste Akt unserer Zeit, nicht perfekt werden zu wollen. Vielleicht besteht die größte Freiheit darin, den Mut zu haben, einfach Mensch zu bleiben."

Ein muskulöser Mann zieht im Fitnessraum eine Hose aus, Rückenansicht.
Franz Josef Baur © Hilde Van Mas

Ein Plädoyer für die echte Selbstliebe

Am Ende steht Baurs Arbeit nicht nur für Gesellschaftskritik, sondern vor allem für einen Befreiungsschlag. Die Wende hin zur eigenen Akzeptanz ist für ihn der einzig nachhaltige Weg aus dem Perfektionsdruck: "Die radikalste Form der Liebe ist die Selbstliebe. Der schönste Mensch ist nicht der perfekte, sondern der, der den Mut hat, er selbst zu sein."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden