Paris Fashion Week
Haute Couture: Was ist der Unterschied zwischen Dior, Chanel & Schiaparelli?
Mit der Show von Schiaparelli ist gestern die Paris Haute Couture Week eröffnet worden und wie so oft hat Kreativdirektor Daniel Roseberry die Messlatte gleich zu Beginn hoch gelegt. Seine Kollektion für Herbst/Winter 2026/27 wirkte weniger wie eine klassische Modenschau als vielmehr wie eine Kunstausstellung. Doch genau das wirft bei vielen die Frage auf: Warum sieht Haute Couture bei Schiaparelli so anders aus als bei Dior oder Chanel? Obwohl alle drei Häuser Haute Couture präsentieren, könnten ihre Handschriften unterschiedlicher kaum sein.
Schiaparelli: Haute Couture als Kunstwerk
Wer eine Schiaparelli-Show besucht, sollte die Looks nicht wie normale Kleidung betrachten. Die Maison steht seit ihrer Gründung durch Elsa Schiaparelli für Surrealismus und außergewöhnliche Ideen. Schon damals arbeitete sie mit Künstlern wie Salvador Dalí zusammen und machte Mode zu einer Form der Kunst. Diesen Gedanken führt Daniel Roseberry heute weiter. Seine aktuelle Kollektion "The Call of the Void" (Der Ruf der Leere) hinterfragt sogar die Materialien selbst. Statt klassischer Stoffe wie Seide oder Satin setzte er unter anderem auf Latex, Silikon und speziell gehärtete Farbschichten. Bei Schiaparelli geht es deshalb weniger um Tragbarkeit als um Fantasie, Emotionen und große Bilder. Die Laufsteglooks sollen überraschen, Diskussionen auslösen und zeigen, was Mode alles sein kann.
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Dior: Die Kunst der Silhouette
Während Schiaparelli provoziert, erzählt Dior Geschichten voller Romantik. Das Haus ist bis heute stark von Christian Diors Liebe zu Blumen und Gärten geprägt. Florale Stickereien, aufwendig gearbeitete Blüten, fließende Stoffe und feminine Silhouetten gehören seit Jahrzehnten zu den Markenzeichen der Maison. Nicht umsonst sagte Christian Dior einst, nach den Frauen seien Blumen "das Schönste, was Gott der Welt geschenkt hat". Auch heute greift Dior diese Ästhetik immer wieder auf. Viele Haute-Couture-Kollektionen erinnern an verwunschene Gärten oder botanische Kunstwerke - das gilt auch für die aktuelle Kollektion von Jonathan Anderson. Die Looks wirken romantisch, feenhaft, elegant und traumhaft und sind häufig jene, die später in leicht angepasster Form auf den roten Teppichen der Welt auftauchen.
Haute Couture Dior
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Chanel: Handwerkskunst bis ins kleinste Detail
Bei Chanel steht vor allem eines im Vordergrund: das Savoir-faire. Kaum ein Modehaus wird so stark mit traditioneller Handwerkskunst verbunden. Legendär sind die kunstvoll bestickten Tweed-Kostüme, filigranen Perlenstickereien, Kamelien und Federn. Viele der Chanel-Couture-Looks wirken auf den ersten Blick vergleichsweise schlicht. Doch genau darin liegt ihre Besonderheit: Die Raffinesse zeigt sich oft erst beim zweiten Hinsehen, in tausenden Stunden Handarbeit, feinsten Stickereien und perfekt verarbeiteten Stoffen.
Haute Couture Chanel
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Drei Häuser, drei Philosophien
Obwohl alle drei Marken Haute Couture präsentieren, verfolgen sie völlig unterschiedliche Ansätze.
Schiaparelli fragt: Wie weit kann Mode als Kunst gehen?
Dior zeigt: Wie schön kann eine Silhouette sein?
Chanel beweist: Wie perfekt kann Handwerk werden?
Darum gibt es keinen "Gewinner"
Gerade das macht die Haute Couture Week jedes Jahr so spannend. Jedes Modehaus interpretiert Couture auf seine eigene Weise. Während Schiaparelli die Grenzen der Vorstellungskraft auslotet, setzt Dior auf zeitlose Eleganz und Chanel auf meisterhafte Handwerkskunst.
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