"Dann bin ich da!"
Hirscher lässt aufhorchen – so plant er sein Comeback
Das große Ziel steht fest: Marcel Hirscher will zurück in den Skiweltcup. Der Salzburger, der sich nach seinem ersten Comeback-Versuch einen Kreuzbandriss zuzog, brennt wieder für den Rennsport.
Damals fühlte er sich vom vorzeitigen Erhalt einer Wildcard überrollt: "Ich war nicht vorbereitet genug", gesteht Hirscher rückblickend im "Kurier"-Interview. Der Plan war ursprünglich, erst Mitte oder Ende der Saison einzusteigen. Die Entwicklung oder das Älterwerden habe er jedoch nicht unterschätzt, vielmehr veränderte die schwere Verletzung die Ausgangslage komplett. Nun geht es im Training vor allem darum, die körperliche Balance wiederherzustellen. Im vergangenen Jänner war das verletzte Bein noch um 60 Prozent schwächer als das gesunde Bein.
Kampf zurück zur Fitness
Ein zu früher Einstieg in den Rennkalender soll sich nicht wiederholen. Ob Hirscher bereits beim Saisonauftakt in Sölden am Start stehen wird, bleibt abwarten. "Den Fehler, zu früh einzusteigen, mache ich nicht noch einmal", stellt der Österreicher, der für Holland fährt, klar. Sobald sein Knie wieder voll einsatzfähig ist, wird auch über das Sommer-Training in Übersee entschieden. Geplant ist jedenfalls ein Antreten in beiden technischen Disziplinen. Slalom und Riesenslalom würden sich gegenseitig brauchen, auch aus physiologischer Sicht. Während das Slalomfahren für die Wirbelsäule wie ein Lockern wirke, sei der Riesentorlauf für den Rücken ziemlich anstrengend.
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Modernes Training und Daten
Das Training im modernen Skisport hat sich für den 35-Jährigen stark verändert. Schlaf, Ernährung, Erholung und das Training selbst seien ständige Forschungsfelder. Zwar experimentiert sein Team mit Sensoren, Telemetriedaten und Bio-Tracking, im Rennalltag zählt am Ende aber weiterhin das Gefühl. Trotz aller digitaler Hilfsmittel bleibe Skifahren aktuell eine analoge Sportart, bei welcher der Athlet die letzte Entscheidung ohne KI trifft. Das Feuer hat Hirscher jedenfalls wieder voll gepackt, nachdem er bei Skitests eine halbe Sekunde Rückstand aufwies und merkte, dass er noch immer mithalten kann.
Entscheidung durch den Verband
Für ein endgültiges Antreten bei den Rennen fehlt derzeit noch grünes Licht von offizieller Seite. Ausschlaggebend ist die anstehende Entscheidung des Internationalen Skiverbands. Die sportliche Motivation hinter dem Projekt ist groß, auch wenn Hirscher mit seinen Firmen und als Vater voll ausgelastet ist. Für den kommenden Winter hat der Ausnahmesportler eine klare Prämisse: "Wenn ich eine Startnummer kriege, bin ich da."
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