Stadion für 23.000 Zuschauer
Kurioser Plan: Kleiner Insel-Staat will WM austragen
Obwohl bei der Weltmeisterschaft noch vier Spiele ausständig sind, wurde der ewige Zuschauerrekord bereits längstens pulverisiert. Zu verdanken ist das vor allem den gigantischen Arenen in den USA und dem erweiterten Spielplan mit 48 Mannschaften.
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Auch wenn es rund um die größte Endrunde eine Menge Kritik gibt, begeistert das Turnier die Fans auf der ganzen Welt. Zum Abschluss treffen in den kommenden Tagen die vier besten Teams der Weltrangliste im Halbfinale aufeinander und machen sich den WM-Titel untereinander aus.
2030 wird die Endrunde erstmals in der Geschichte auf drei Kontinenten ausgetragen. Während Spanien, Portugal und Marokko als Hauptgastgeber fungieren, werden Spiele in der Gruppenphase anlässlich des 100-jährigen Jubiläums auch in Südamerika (Argentinien, Uruguay und Paraguay) ausgetragen. Danach folgt das umstrittene Turnier in Saudi-Arabien 2034, wo FIFA-Boss Gianni Infantino spätestens sogar 64 Mannschaften starten lassen will.
Kleiner Inselstaat will WM austragen
Umso verwunderlicher kommen die Aussagen eines kleinen sportbegeisterten Inselstaates, der öffentlich mit dem Gedanken spielt, sich als Austragungsort zu bewerben. Scheinbar beflügelt von dem Sensations-Erfolg der Kap Verde will ein Land mit 1.352.000 Einwohnern, einer Fläche von 9.251 km² tatsächlich im Konzert der ganz Großen mitspielen.
Das wäre zumindest der Traum von Zyperns Präsident Nikos Christodoulides. Ein wichtiges FIFA-Kriterium kann die traditionelle Urlaubsregion definitiv erfüllen: genügend hochklassige Hotels für teilnehmende Nationen und Fans.
Das größte Problem wäre allerdings die Infrastruktur in den Stadien. Die meisten Zuschauer passen derzeit in das GSP-Stadion von Nikosia (22.859 Zuschauer). Das modernste Stadion, das die WM-Kriterien abgesehen vom Fassungsvermögen erfüllt, ist die Alphamega Arena in Limassol (10.830 Zuschauer), wo auch das österreichische Nationalteam im Rahmen der WM-Quali aufgelaufen ist.
Neue Arena wäre nötig
Um sich als WM-Standort bewerben zu können, muss in der Gruppenphase mindestens ein Fassungsvermögen von 40.000 Zuschauern vorhanden sein. Für ein mögliches Halbfinale sogar 60.000. Wenn man von einem Eröffnungsmatch oder Finale träumt, wären sogar 80.000 Plätze nötig. "Ich war beim spanischen Ministerpräsidenten, und er erzählte mir, dass sie die nächste Weltmeisterschaft gemeinsam mit Portugal und Marokko ausrichten werden. Warum sollten wir uns nicht ebenfalls gemeinsam mit anderen Ländern der Region um eine Weltmeisterschaft bewerben", hinterfragte der Politiker und meint es scheinbar tatsächlich ernst.
Als mögliche Austragungs-Partner brachte er vor allem Griechenland, Ägypten und sogar Israel ins Spiel, die geografisch alle in der Nähe und derselben Zeitzone liegen würden. Sollten die politischen Spannungen mit der Türkei eines Tages beseitigt werden können, wäre sogar das eine Möglichkeit, da die Insel in den europäischen und den türkischen Teil geteilt ist. Nikosia ist weltweit mittlerweile die einzige Hauptstadt, die in zwei Länder geteilt ist.
Dennoch will Christodoulides an diesen "ambitionierten Plan" festhalten, und er glaubt, dass "wir uns diese schwierigen Ziele setzen müssen". Zumindest eines ist klar. Sollte der Traum wirklich wahr werden, kann die FIFA auf jeden Fall wieder die Trinkpausen einführen, denn im Hochsommer kratzt die Urlauber-Insel regelmäßig an der 40-Grad-Marke.
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