Standort-Areal in Tirol

Pharma-Beben: Novartis verkauft Gelände in Kundl

Luftaufnahme des Novartis-Betriebsgeländes in Kundl mit umliegenden Feldern und Bergen im Hintergrund.
© APA/EXPA/JOHANN GRODER
Novartis verkauft Standort-Areal in Tirol an deutsche Gruppe
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Der Pharmakonzern Novartis verkauft sämtliche Gebäude und Grundstücke an seinem Standort im Tiroler Kundl, den 264.000 Quadratmeter großen "Life Science Campus", an die deutsche Unternehmensgruppe Innexis, einen spezialisierten Betreiber für Pharma- und Life-Science-Infrastruktur mit Sitz in Marburg. Novartis behält indes das Eigentum an den Forschungs- und Produktionsanlagen sowie Laborausstattungen am Standort, wurde in einer Aussendung mitgeteilt.

Innexis werde auch für das Standortmanagement verantwortlich sein. Übernommen werden neben den über 100 Gebäuden auch die Infrastruktur und Services. Für den Großteil der rund 850 Mitarbeiter am Standort Kundl ändere sich durch die Übernahme nichts, da Novartis mit seinen Kernaktivitäten weiterhin am Campus tätig sein wird, wurde betont. "Mit seinen Kernaktivitäten bleibt Novartis fest am Standort Kundl verankert", erklärten die Verantwortlichen. Es sei geplant, dass 30 Beschäftigte aus dem Campus-Management mit gleichen Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten zur Innexis Unternehmensgruppe wechseln werden. Der Kaufvertrag mit der deutschen Gruppe wurde am 8. Juli unterzeichnet, die tatsächliche Übergabe des Standorts sei für den 1. Jänner 2027 vorgesehen, hieß es. Novartis beschäftigt in Österreich derzeit rund 3.300 Mitarbeiter.

Fokus auf Produktion, Forschung und Entwicklung

Mit dem nunmehrigen Schritt setze man die Strategie fort, den Fokus "noch stärker auf die Entwicklung und Produktion innovativer Medikamente zu richten", ließ die Novartis-Spitze wissen und fügte hinzu, dass die Transaktion vorbehaltlich allfälliger erforderlicher Genehmigungen durch die zuständigen Behörden erfolge. Ähnlich das Wording der deutschen Partner: Durch diese Transaktion könne sich Novartis Österreich "auf sein Kerngeschäft konzentrieren, insbesondere auf die Forschung, Entwicklung und Herstellung innovativer Arzneimittel", verlauteten die Innexis-Verantwortlichen. Die Übernahme "eines so prosperierenden und traditionsreichen Pharma & Life Science Parks wie in Kundl" sei ein "Meilenstein" in der Innexis-Unternehmensentwicklung. "Wir freuen uns sehr, dass Novartis uns das Vertrauen schenkt, den Standort im Sinne der ansässigen Unternehmen, der Mitarbeitenden und der Region zu betreiben und weiterzuentwickeln", meinte CEO Martin Egger. Innexis sei darauf spezialisiert, "den Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen an unseren Standorten den Rücken freizuhalten, indem wir für unsere Kunden das Standortmanagement übernehmen und sie mit spezialisierten Lösungen in den Bereichen Engineering und Logistik unterstützen - so können sie sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren."

Laut Novartis ermöglicht es die getroffene Entscheidung, das wirtschaftliche Potenzial des Standorts Kundl und der Region nachhaltig zu steigern und gleichzeitig die Ansiedlung neuer Unternehmen gezielt zu fördern. Auch die Verantwortlichen in Kundl zeigten sich vom Nutzen der Transaktion überzeugt. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Übertragung des Managements des 'Life Science Campus Kundl' an einen professionellen Industriepark-Betreiber das wirtschaftliche Potenzial des Standorts besser maximieren und weiterentwickeln kann und die Ansiedlung neuer Firmen erleichtert", sagte Roland Gander, Geschäftsführer des Campus Kundl/Schaftenau.

Gewerkschaft vorsichtig optimistisch

Die Arbeitnehmervertreter gaben sich unterdessen vorsichtig optimistisch. Er sei "erstaunt" über den Deal, der "sehr überraschend" gekommen sei, meinte der Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA-Tirol, Harald Schweighofer, zur "Tiroler Tageszeitung" (online). Für den Standort könne der Immobilienverkauf aber auch ein positives Signal sein, um weitere Betriebe anzusiedeln.

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