Tosca-Premiere

Serafin über Sex, Crime & Dreiecksbeziehungen

Ein Mann im Anzug steht lächelnd auf einem roten Teppich vor einem Gebäude.
© Andreas Tischler / Vienna Press
Am 15. Juli feiert Giacomo Puccinis Kult-Oper "Tosca" im Steinbruch St. Margarethen. Im oe24-Gespräch verrät Daniel Serafin, wie leidenschaftlich es auf der Bühne zugeht.
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Die Kulisse ist gigantisch, die Erwartungen sind es auch. Bis zu 5.000 musikbegeisterte Besucher werden heuer pro Spieltag im Steinbruch erwartet, um das monumentale Stück live zu erleben. Intendant Daniel Serafin gerät im oe24-Talk angesichts der Dimensionen regelrecht ins Schwärmen: "So groß hatten wir bis jetzt noch nie Oper."

Der Steinbruch als Kulisse

Für den Kultur-Manager ist Puccinis Meisterwerk dabei alles andere als verstaubter Klassik-Stoff. Serafin zieht einen gewagten, aber treffenden Vergleich und bezeichnet das Stück ungefiltert als echtes "Sex and Crime"-Spektakel. Die Story rund um die leidenschaftliche Sängerin Floria Tosca hat es schließlich in sich: "Eine Liebesgeschichte wird gestört von einem Sexualverbrechen. Es ist eine echte Dreiecksbeziehung. Das wäre heute auch aktuell, wenn man liest, was da so passiert."

Lampenfieber vor der Premiere: Hoffen auf den Wettergott

Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, das Ensemble ist bereit für den großen Aufschlag. Serafin selbst hat bei den intensiven Proben jedes Detail genau im Blick. Dass vor der morgigen Premiere noch nicht alles absolut makellos sitzt, stört den Profi dabei überhaupt nicht – im Gegenteil, er setzt auf ein altbewährtes Theater-Gesetz: "Es läuft gut, aber die Generalprobe darf nie zu gut werden, damit die Premiere dann perfekt läuft."

Für das Open-Air-Event im Burgenland gibt es jetzt eigentlich nur noch einen einzigen Unsicherheitsfaktor. "Ich hoffe, dass uns auch der Wettergott gnädig sein wird", blickt der Intendant gespannt nach oben.

10 Monate ohne Papa Harald: "Das Leben geht weiter"

Der Blick gen Himmel hat für Daniel Serafin heuer allerdings noch eine ganz andere, zutiefst persönliche Bedeutung. Es ist die erste Spielzeit ohne seinen legendären Papa, den unvergessenen Harald Serafin. Der einstige "Mister Wunderbar" verstarb im September 2025 im stolzen Alter von 94 Jahren und hinterließ eine riesige Lücke in der österreichischen Kulturszene.

Dass ihm manche Leute nach all den Monaten immer noch mit trauriger Miene entgegentreten, sieht der Sohnemann gewohnt pragmatisch und überraschend direkt: "Vor zwei Tagen hat mir wieder jemand sein Beileid ausgesprochen. Das ist schon fast pietätlos. Das Leben geht weiter und er war 94. Wie alt will man denn werden?"

Die Vorzeichen für einen triumphalen Erfolg stehen jedenfalls extrem gut. Der Kartenverkauf für das monumentale Event läuft hervorragend. Serafins abschließendes Urteil für Kurzentschlossene fällt daher eindeutig aus: "Tosca ist tatsächlich eine Oper, die man gesehen haben muss."

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