Oper Burg Gars

Historisches Drama bei der Premiere von "Madama Butterfly"

Clemens Unterreiner, Finanzlandesrat Anton Kasser, Bianca Erlinger
© Jürgen Hammerschmid
Die Premiere von Madama Butterfly bei der Oper Burg Gars bot echtes Nervenkitzel-Drama: Nach dem Ausfall des Hauptdarstellers rettete ein genialer Einspringer den geschichtsträchtigen Abend.
OE24 auf Google bevorzugen

Für die kommenden Vorstellungen bis zum 1. August gibt es bereits Pläne für wechselnde Besetzungen bei der Oper Burg Gars. Der glanzvolle Premierenabend von Puccinis Meisterwerk am Samstag verlief allerdings völlig anders als geplant. Bei bestem Sommerwetter eröffnete Finanzlandesrat Anton Kasser in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die 37. Opernfestspiele vor einem restlos ausverkauften Haus. Doch nach dem ersten Akt drohte der Produktion von Madama Butterfly plötzlich das vorzeitige Aus.

Norbert Blecha, Onka Takats, Wolfgang Fischer
Norbert Blecha, Onka Takats, Wolfgang Fischer © Jürgen Hammerschmid

Rettung für "Madama Butterfly"

Maria Grossbauer
Maria Grossbauer © Jürgen Hammerschmid

Der Tenor Vitaliy Kovalchuk kämpfte in der Rolle des Pinkerton von Beginn an mit einer schweren akuten Allergie. Nach dem ersten Akt ging es für ihn stimmmlich nicht mehr weiter, und das Publikum verabschiedete ihn mit großem Applaus für seinen tapferen Einsatz. Intendant Clemens Unterreiner musste sofort handeln: Dank seines neuen Doppelbesetzungs-Konzepts wurde der argentinische Tenor Gabriel Arce im Eiltempo aus dem Hotel direkt auf die Burg geholt. Arce sprang ohne Vorbereitung ein und übernahm die Rolle nahtlos. Damit standen zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals zwei verschiedene Tenöre für die Hauptrolle an einem Abend auf der Bühne.

Marika Lichter mit Augenarzt Reinhold Told
Marika Lichter mit Augenarzt Reinhold Told © Jürgen Hammerschmid

Erfolg für Oper Burg Gars

Othmar und Christa Karas
Othmar und Christa Karas © Jürgen Hammerschmid

Clemens Unterreiner zeigte sich nach dem finalen Applaus zutiefst bewegt und erleichtert: "Ein Stein fällt mir vom Herzen! Es ist natürlich der absolute Supergau, wenn bei einer Premiere ein Hauptdarsteller ausfällt. Aber Gott sei Dank habe ich in Gars eine Doppelbesetzung eingeführt, und genau dieses Konzept hat uns heute Abend gerettet." Der Intendant, der selbst als Sänger aktiv ist, betonte, wie sehr er mitgelitten habe, stellte jedoch klar, dass die Gesundheit immer vorgehe. Er fügte stolz hinzu: "Dass Gabriel Arce dann in Rekordzeit aus dem Hotel herbeigeeilt ist und die Vorstellung so brillant nach Hause gespielt hat, macht mich unglaublich stolz. Das war gelebtes Opern-Drama: Let’s Opera!"

Aaron Karl
Aaron Karl © Jürgen Hammerschmid

Applaus und Prominenz

Konstanze Breitebner, Thomas Schäfer-Elmayer
Konstanze Breitebner, Thomas Schäfer-Elmayer © Jürgen Hammerschmid

Trotz der Aufregung hinter der Bühne überzeugte die Inszenierung von Matthias von Stegmann unter der musikalischen Leitung von Karsten Januschke. KS Kristiane Kaiser berührte in der Titelrolle der Cio-Cio-San, unterstützt von Daria Sushkova und Paolo Rumetz. Das japanisch inspirierte Bühnenbild von David Gamel und die Kostüme von Laura Madgé Hörmann fügten sich perfekt in die Festungsmauern ein. Im Publikum feierte ein großes Who-is-Who aus Politik, Wirtschaft und Kultur das historische Happy End, darunter Othmar Karas, Gars-Bürgermeister Martin Falk, Thomas Schäfer-Elmayer und Marika Lichter. Nach minutenlangen Standing Ovations feierten die Gäste noch bis tief in die Nacht auf der Festwiese.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden