Bauernregel

Siebenschläfertag: So wird das Wetter diesen Sommer

© Getty Images/iStockphoto
"Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt"
OE24 auf Google bevorzugen

Jedes Jahr Ende Juni richtet sich die Aufmerksamkeit vieler Wetterbeobachter auf den sogenannten Siebenschläfertag. Die bekannte Bauernregel verspricht, dass das Wetter rund um den 27. Juni die kommenden sieben Wochen prägen soll. Was auf den ersten Blick nach Aberglauben klingt, hat tatsächlich einen meteorologischen Hintergrund – und könnte auch für den Sommer 2026 einen ersten Hinweis liefern.

Die wohl bekannteste Variante der Regel lautet: "Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt." Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Meteorologen weisen seit Jahren darauf hin, dass nicht der 27. Juni allein entscheidend ist. Durch die Einführung des gregorianischen Kalenders im 16. Jahrhundert verschob sich der ursprünglich relevante Zeitraum um einige Tage nach hinten. Daher gilt heute vor allem die Wetterentwicklung zwischen Ende Juni und den ersten Julitagen als wichtiger Indikator für den weiteren Sommerverlauf.

© getty

Warum die Regel erstaunlich oft zutrifft

Der Grund für die vergleichsweise hohe Trefferquote liegt in den großräumigen Strömungen der Atmosphäre. Anfang Juli nimmt der Jetstream – ein Starkwindband in rund zehn Kilometern Höhe – häufig seine typische Sommerposition ein. Diese beeinflusst maßgeblich, ob sich über Mitteleuropa eher Hoch- oder Tiefdruckgebiete durchsetzen.

Liegt der Jetstream weit nördlich, können sich stabile Hochdrucklagen etablieren. In diesem Fall dominieren oft sonniges und warmes Wetter sowie längere Trockenphasen. Bleibt das Windband hingegen über Mitteleuropa oder verläuft es weiter südlich, gelangen immer wieder Tiefdruckgebiete mit Regen, Gewittern und kühleren Luftmassen nach Österreich.

Meteorologen sprechen deshalb von einer sogenannten "Beharrungstendenz". Einmal etablierte Großwetterlagen halten sich häufig über mehrere Wochen hinweg. Studien zeigen, dass die Siebenschläfer-Regel insbesondere im Alpenraum und in Süddeutschland in rund 60 bis 70 Prozent der Jahre eine zutreffende Tendenz liefert.

So könnte das Wetter zum Siebenschläfertag in Österreich werden

Nach aktuellem Stand der langfristigen Wettermodelle deutet sich für Österreich zum Ende des Juni gutes Wetter an. Für den Zeitraum rund um den Siebenschläfertag am 27. Juni rechnen mehrere Modelle derzeit mit sommerlichen Temperaturen. Vieles spricht für Höchstwerte zwischen 25 und 30 Grad, in den östlichen Landesteilen möglicherweise auch darüber. Gleichzeitig dürfte die Gewitterneigung vor allem in den Alpenregionen bestehen bleiben, wie es für den Frühsommer typisch ist.

Hat der Siebenschläfer etwas mit dem Tier zu tun?

Trotz seines Namens hat der Siebenschläfertag nichts mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun. Der Begriff geht auf eine christliche Legende zurück. Der Überlieferung zufolge sollen sieben junge Männer im 3. Jahrhundert in einer Höhle eingeschlafen und erst viele Jahrzehnte später wieder erwacht sein. Ihr Gedenktag fiel auf den 27. Juni und wurde später mit den bekannten Wetterregeln verbunden.

Ob der Sommer 2026 letztlich heiß und trocken oder eher wechselhaft ausfällt, wird sich in den kommenden zwei bis drei Wochen zeigen. Wetterexperten werden vor allem die Entwicklung des Jetstreams und die Großwetterlage zu Beginn des Juli genau beobachten. Denn genau dort könnte sich tatsächlich entscheiden, welche Wetterrichtung der Hochsommer einschlägt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden