Vor Halbfinale

Torwart-Legende mit Klartext zu Thomas Tuchel

Ein Mann in einem schwarzen Hemd steht im Stadion vor einer großen Menschenmenge.
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Das WM-Viertelfinale der Engländer sorgt für Gesprächsstoff. Nun verteidigt Oliver Kahn den in die Kritik geratenen Thomas Tuchel.
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Nach dem hart umkämpften 2:1-Sieg nach Verlängerung der Engländer gegen Norwegen im WM-Viertelfinale hatte Thomas Tuchel (52) seine "Three Lions" öffentlich kritisiert. Dafür kassierte der Nationaltrainer wiederum Kritik von einigen Experten und Medien. Nun springt ihm Oliver Kahn (57) zur Seite. Der ehemalige Nationalkeeper und Vorstands-Boss des FC Bayern München verteidigt die Aussagen in einem Beitrag auf LinkedIn. Ihn irritiere nicht Tuchel, sondern dass überhaupt Fragen gestellt werden, warum ein Trainer sein Team nach einem Sieg kritisiert oder eben nicht lobt.

Thomas Tuchel bei einer Pressekonferenz zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Atlanta.
© EPA

Gefahr nach einem Sieg

Kahn schreibt dazu: "Die Reaktionen folgten sofort. Und sie verraten mehr über unsere Zeit als über den Fußball. Denn sie offenbaren eine Eigenart, die weit über den Sport hinausreicht. Wir glauben, Niederlagen seien der gefährlichste Moment einer Entwicklung. Tatsächlich ist es oft der Sieg". Eine Niederlage zwinge zur Analyse, während ein Erfolg dazu verführe, darauf zu verzichten. Seine klare Folgerung lautet: "Deshalb beginnt die eigentliche Führungsarbeit nicht nach einem verlorenen Spiel, sondern nach einem gewonnenen."

Ein Mann mit Mikrofon spricht auf einer Bühne vor blauem Hintergrund.
© NurPhoto via Getty Images

Führung bedeutet Wahrheit zumuten

Der Ex-Bayern-Boss meint weiter: "Führung besteht nicht darin, Menschen vor der Wirklichkeit zu schützen." Stattdessen sei es Führung, den Menschen die Realität zuzumuten. Er fügt hinzu: "Das schafft nicht immer Zustimmung. Aber nur daraus entsteht Entwicklung." Laut Kahn habe Tuchel deshalb keine schlechte Stimmung verbreitet.

Unterschied bei guten Mannschaften

Vielmehr argumentiert der frühere Torhüter: "Er hat etwas getan, das im Spitzensport selbstverständlich sein sollte. Er hat verhindert, dass ein Sieg wichtiger wird als die Wahrheit. Denn der Unterschied zwischen guten und außergewöhnlichen Mannschaften zeigt sich nicht nach Niederlagen, sondern nach Siegen." Die beiden kennen sich noch aus der gemeinsamen Zeit in München. Im März 2023 hatte Kahn in seiner damaligen Funktion als Vorstandsvorsitzender den Trainer verpflichtet, bevor sich der Verein später von Kahn trennte.

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