RH-Bericht

WKO: Sattes Gehaltsplus nach nur einem Monat

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Der Rechnungshofbericht über die Wirtschaftskammer sorgt weiter für Wirbel.
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Das Urteil des Rechnungshofberichts über die Wirtschaftskammer fiel (erwartbar) schlecht aus: zu aufgeblasen, intransparent und teuer. Auch die üppigen Gagen von so manchen Spitzenfunktionären gerieten in die Kritik.

Ein Fall sorgt nun für besonders viel Gesprächsstoff. Er wird auf Seite 73 des Berichts geschildert. Zwar wird die Person darin nicht namentlich genannt, anhand der vorgebrachten Eckpunkte ist aber klar, dass es sich um Eva Landrichtinger handelt.

RH zweifelt an "besonderen Branchenkenntnissen"

"Mit November 2025 besetzte die WKÖ die Leitung einer Bundessparte neu", heißt es in dem RH-Bericht. Die Wahl fiel offenbar auf Landrichtinger. Sie war zuvor Kabinettschefin vom damaligen Wirtschaftsminister Martin Kocher, der dann Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank wurde. Später wurde sie Generalsekretärin im Wirtschaftsministerium.

Landrichtinger wurde jedenfalls mit 1. November 2025 zur Geschäftsführerin der Bankensparte in der Wirtschaftskammer.

Im RH-Bericht steht allerdings, dass aus ihrem Lebenslauf nicht hervorginge, "inwieweit sie besondere Branchenkenntnisse und -erfahrungen im Zusammenhang mit der Sparte aufwies".

Mit Grundbezug und All-in-Zulage (10 % des Bruttogehalts) kam sie jedenfalls auf ein monatliches Brutto-Salär von 10.900 Euro. Das Jahresgehalt belief sich auf rund 155.000 Euro.

Frau mit Brille und schwarzer Bluse schaut ernst nach rechts.
Eva Landrichtinger. © APA/ROLAND SCHLAGER

Gehaltsplus nach wenigen Wochen

Anfang Dezember allerdings - also nur rund vier Wochen nach Beginn der Beschäftigung - erhielt sie eine "außerordentliche Höherreihung", also eine Gehaltserhöhung. Der Grund: Ihr sei im Zuge der Gehaltsverhandlung ein Jahresgehalt von 160.000 Euro brutto zugesagt worden.

Der Plan sei wohl gewesen, dass mit der ohnehin geplanten Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent für alle Beschäftigten, das versprochene Jahresgehalt erreicht wird.

Es kam jedoch anders: Denn nur wenige Tage nach Landrichtingers Arbeitsbeginn bei der WKO kam die geplante Gehaltserhöhung für die WKO-Mitarbeiter ans Licht. Der damalige WKO-Präsident Harald Mahrer ruderte zurück und legte sein Amt schlussendlich nieder. Für die Mitarbeiter gab es am Ende eine Lohnerhöhung von 2,1 Prozent - außer eben für Landrichtinger. Sie bekam letztendlich eine Jahresgage von 163.000 Euro brutto, also zuletzt ein Monatsgehalt von 11.650 Euro.

Der Rechnungshofbericht hält dazu fest: "Inwieweit nach rund einem Monat Beschäftigung in der WKÖ bereits 'besonders gute Leistungen' vorlagen, die diese außerordentliche Höherreihung rechtfertigen konnten, war nicht dokumentiert".

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