ATX schließt mit Verlusten

Die Wiener Börse hat am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Der ATX fiel 14,6 Punkte oder 0,65 Prozent auf 2.246,88 Einheiten.

Enttäuschende Wirtschaftszahlen aus Deutschland sorgten europaweit für ein überwiegend negatives Sentiment. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind im August deutlich stärker eingebrochen als von Analysten prognostiziert worden war. Das Barometer sank überraschend kräftig um 18,5 auf 8,6 Punkte und damit so stark wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Zudem belasteten schlechte Nachrichten aus Ungarn die beiden Bankwerte.

Die ungarische Regierung lässt die Banken für die umstrittenen Fremdwährungskredite stärker bluten als erwartet. Betroffen sind neben der ungarischen OTP auch österreichische Institute wie die Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI). An der Wiener Börse mussten Erste Group einen kräftigen Abschlag von 4,35 Prozent hinnehmen und übernahmen damit die rote Laterne im ATX. RBI knickten 1,16 Prozent ein.

OMV schlossen hingegen 0,29 Prozent höher. Der Ölkonzern hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Umsatzrückgang um 10 Prozent auf 19,1 Mrd. Euro erlitten, der operative Gewinn (EBIT) brach sogar um 53 Prozent auf 908 Mio. ein. Im zweiten Quartal fiel der EBIT-Einbruch mit 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr noch drastischer aus.

Auf der Positivseite strichen Analysten und Marktbeobachter die wieder angelaufene Produktion in Libyen, die Erwartungen des Managements für ein besseres zweites Halbjahr, die erhöhte Produktion in Norwegen und Verbesserungen im Raffineriegeschäft hervor.