Laut Studie

Bis zu 35 Prozent des Kärntner Strombedarfs muss importiert werden

Im Winter muss bis zu 35 Prozent des Kärntner Strombedarfs importiert werden.

Das geht aus einer Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) hervor, die sich mit der "Winterstromlücke" befasst - damit ist die Differenz zwischen erzeugter und benötigter Energie im Winterhalbjahr gemeint. Die ausgearbeitete Studie wurde am Dienstag im zuständigen Landtagsausschuss erstmals diskutiert.

Untersucht wurde die Differenz zwischen dem Strombedarf und der erneuerbaren Stromerzeugung in der Zeit zwischen Oktober und März in Kärnten - für das Basisjahr 2023 betrug diese zwölf Prozent, beziehungsweise 340 GWh. Weil die Wasserkraft in Kärnten einen enorm hohen Anteil an der gesamten Energieerzeugung darstellt - im Jahr 2024 waren es 82 Prozent - hängt von der Wasserführung in den Flüssen auch einiges ab: In einem schlechten Wasserjahr würde die Winterstromlücke auf bis zu 35 Prozent steigen, in einem besonders guten Wasserjahr hingegen gegen null sinken.

Blick in die Zukunft

In der Studie wurde auch die zukünftige Entwicklung des Strombedarfs in Kärnten ins Auge gefasst. Erwartet wird, dass von 2023 bis 2030 der Strombedarf um rund 29 Prozent und von 2023 bis 2040 um rund 65 Prozent ansteigen wird. In dem AEA-Papier geht man davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die Winterstromlücke rund acht Prozent betragen wird. Voraussetzung dafür ist allerdings die Umsetzung aller bis 2030 in Bau befindlichen Wasserkraftprojekte und die Stromerzeugung aller 46 Windkraftanlagen, die momentan in Betrieb, Bau oder Genehmigung sind. Was die Photovoltaik-Entwicklung angeht, so wurde eine Weiterentwicklung des aktuellen Ausbau-Trends angenommen.

Ausschussvorsitzender Herbert Gaggl (ÖVP) betonte, die Studie sei "ein klarer Auftrag, im Sinne unseres Wirtschaftsstandorts darüber zu diskutieren, wie wir unsere Importabhängigkeit reduzieren können, ganz besonders angesichts globaler Konflikte". Dafür brauche es einen Technologiemix: "Der Fokus auf eine Erzeugungsform alleine führt Kärnten laut den Experten nicht zum Ziel." "Wir brauchen Wasser, Sonne und Wind, um Kärntens wachsenden Energiebedarf nachhaltig decken zu können", sagte auch SPÖ-Klubobmann Luca Burgstaller angesichts der Präsentation der Studie im Energieausschuss. Und auch Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer und Energiesprecher Karl Markut bekannten sich zu einem Technologiemix: "Kärnten kann nur dann zum wirklichen Selbstversorger werden, wenn mehrere Technologien verwendet werden." Allerdings hinke Kärnten beim Thema Stromspeicher hinterher.

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