Europas Leitbörsen öffnen mit Verlusten

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Die Leitbörsen in Europa zeigten sich am Vormittag einheitlich im Minus. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 11.00 Uhr mit minus 0,51 Prozent oder 15,41 Punkte bei 2.997,47 Einheiten.

Der DAX in Frankfurt fiel 0,80 Prozent oder 72,73 Zähler auf 8.966,24 Punkte und rutschte damit erstmals seit März wieder unter die Marke von 9.000 Zählern. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit minus 0,57 Prozent oder 37,87 auf 6.559,50 Punkte.

Neben dem andauernden Konflikt in der Ostukraine samt des russischen Einfuhrverbots für Lebensmittel aus dem Westen belastet auch die eskalierende Lage im Irak die Märkte. Die von US-Präsident Barack Obama angekündigten Luftangriffe gegen radikale Milizen der Organisation "Islamischer Staat" dürften die Kurse zusätzlich nach unten drücken, so Börsianer.

Aus Frankreich kamen hingegen positive Konjunkturdaten. Die französische Industrie ist im Juni nach einem schwachen Vormonat wieder deutlich gestiegen. Die Produktion kletterte im Monatsvergleich um 1,3 Prozent, womit die Erwartungen übertroffen wurden. Im Jahresvergleich fiel die Industrieproduktion im Juni um 0,4 Prozent, nach einem Minus von 3,4 Prozent im Vormonat.

Die Zahlen zur britischen Handelsbilanz fielen hingegen schwach aus. Das Defizit stieg im Juli unerwartet an. Dies sei laut der britischen Zeitung "Guardian" auf Schwierigkeiten in der Eurozone zurückzuführen, die die Nachfrage der wichtigsten Handelspartner nach britischen Exporten schwächte. Das Defizit stieg auf 9,4 Mrd. Pfund im Juli, von 9,2 Mrd. Pfund im Vorjahr. Erwartet wurde ein Defizit von nur 8,8 Mrd. Euro.

Branchenseitig hatten der Automobil- und der Telekommunikationssektor mit den größten Verlusten zu kämpfen. Die Branchen verloren im Frühhandel 1,75 bzw. 1,38 Prozent. Nur der Sektor Öl & Gas konnte bisher Gewinne verzeichnen, er liegt leicht mit 0,21 Prozent im Plus.

Die Allianz war mit einem Gewinn von 0,87 Prozent auf 122,35 Euro einer der wenigen Gewinner im Frühhandel. Europas größtes Versicherungsunternehmen konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal auf 1,76 Mrd. Euro steigern (Vorjahr: 1,59 Mrd. Euro). Gründe waren niedrigere Versicherungsansprüche wegen Naturkatastrophen und ein höherer Umsatz bei Lebens- und Gesundheitsversicherungen. Analysten hatten einen Gewinn von 1,55 Mrd. Euro erwartet.

Monte Paschi verlor 4,98 Prozent auf 1,087 Euro. Die drittgrößte italienische Bank aus Siena vermeldete im zweiten Quartal einen Verlust von 178,9 Mio. Euro. Erwartet wurde lediglich ein Verlust von 71,5 Mio. Euro. Die Rückstellungen für notleidende Kredite sind von 545 Mio. Euro im Vorjahr auf 731 Mio. Euro gestiegen.

Volkswagen-Aktien zeigten ebenfalls ein deutliches Minus. Nach einer Abstufung des Autoherstellers durch die US-Investmentbank Goldman Sachs von "Neutral" auf "Sell" gaben die Aktien um 2,22 Prozent auf 163,00 Euro nach. Nach dem dynamischen Absatz-und Gewinnwachstum der vergangenen Jahre könnte es für den Autobauer in den kommenden zwölf Monaten holprig werden, schrieben die Analysten. Das organische Wachstum könnte bescheiden ausfallen.

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