Europa Leitbörsen mit starken Verlusten

Bankaktien unter Druck

Europa Leitbörsen mit starken Verlusten

Auch die Versicherungs- und Autobranche verzeichnete Verluste.

Die europäischen Leitbörsen mussten am Montag, nach teils deutlichen Zugewinnen in der vergangenen Woche, einheitlich starke Kursverluste hinnehmen. Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um 77,14 Einheiten oder 3,13 Prozent auf 2.385,22 Zähler ab. Bereits im Frühhandel wurden Europas Aktienmärkte von Verlusten aus Asien belastet, hinzu kamen im Verlauf Gewinnmitnahmen und ein negativer Impuls von den ebenso schwachen US-Börsen.

Weiters belastete die Ankündigung, die Staaten der G-20 würden im Rahmen des Gipfels in Cannes am Ende dieser Woche zusätzliche Kapitalauflagen für 29 global tätige, sogenannte systemrelevante Banken beschließen. Ähnliche Anforderungen an Versicherer und Investmentfonds sollten folgen. Die betroffenen globalen "systemrelevanten" Banken müssen ihr Kernkapital zusätzlich um 1 bis 2,5 Prozentpunkte aufstocken. Dies kommt zu den neuen Eigenkapitalforderungen "Basel III" hinzu. Teils werde ein Aufschlag von 3,5 Prozent fällig, der gegenwärtig aber noch bei keiner Bank greife, hieß es.

Aktien von Banken und Versicherungen schwer unter Druck
Infolge standen vor allem Aktien von Banken und Versicherungen den gesamten Handelstag über unter Druck. In einem Branchenvergleich bildete der Bankensektor mit einem Minus von 6,16 Prozent das Schlusslicht des Euro-Stoxx-50, auch die Versicherer gerieten mit minus 3,43 Prozent ins Hintertreffen. Zu den schwächsten Einzelwerten des Index zählten die französischen Geldinstitute Societe Generale (minus 9,79 Prozent auf 21,10 Euro) und BNP Paribas (minus 9,63 Prozent auf 32,85 Euro), sowie Deutsche Bank (minus 8,60 Prozent auf 30,35 Euro) und Intesa SanPaolo (minus 7,39 auf 1,29 Euro).

Ebenfalls schwach zeigte sich die Automobilbranche mit einem Minus von 4,85 Prozent. Nach zuletzt guten Zahlen machten vor allem deutschen Autobauern Gewinnmitnahmen und negative Nachrichten aus China zu schaffen. Dazu kam eine negative Branchenstudie der US-Bank JP Morgan. Infolge verbilligten sich Daimler um 5,61 Prozent auf 37,00 Euro, BMW verloren 4,45 Prozent auf 59,06 Euro und Volkswagen gaben 4,30 Prozent auf 126,80 Euro nach.

Einzig der Nahrungsmittelsektor erzielte am Euro-Stoxx-50 heute ein minimales Plus von 0,06 Prozent. Allen voran kletterten die Aktien des belgischen Brauereikonzerns Anheuser-Busch-InBev um 0,70 Prozent auf 40,22 Euro. Die Titel des französischen Nahrungsmittelherstellers Danone gaben nur geringfügig um 0,04 Prozent auf 50,30 Euro nach.

Im schwachen Umfeld waren Unibail-Rodamco mit minus 1,10 Prozent bei 144,50 Euro unter den Titeln mit geringeren Verlusten. Der auf Einkaufszentren spezialisierte französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco ist in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres nur wenig gewachsen. Der Umsatz sei um 1,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Die Erlöse aus Vermietungen hätten sich um 2,9 Prozent erhöht.

Die britische Großbank Barclays hat sich verglichen mit anderen europäischen Banken im negativen Umfeld relativ gut behauptet. Die Bank präsentierte heute solide Quartalszahlen für das dritte Quartal. Der bereinigte Vorsteuergewinn legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent auf 1,3 Milliarden Pfund zu. Anders als viele europäische Konkurrenten verdienten die Briten somit im dritten Quartal mehr als vor einem Jahr. Geholfen haben dabei früh eingeleitete Sparmaßnahmen des seit Anfang des Jahres amtierenden Vorstandschefs Robert Diamond. Nach Zugewinnen im Frühhandel drehten Barclays ins Minus, sie verloren 2,93 Prozent auf 195,30 Pence.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re lädt erneut Sturmrisiken am Kapitalmarkt ab. Die neue Katastrophenanleihe umfasst Deckungen für Hurrikan-Risiken in den USA und Windsturm-Schäden in Europa im Gesamtvolumen von 100 Millionen US-Dollar (71 Mio Euro), wie der Dax-Konzern bekanntgab. Damit verschafft sich die Munich Re Entlastung bei Sturmrisiken, die sich den Angaben zufolge rechnerisch einmal in 50 Jahren ereignen. Sollte es zu einer Katastrophe kommen, wird es für die Anleihen-Investoren teuer. Münchner Rückerversicherung notierten mit einem Minus von 1,49 Prozent bei 97,46 Euro.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            1.983,75     - 81,55       -3,95
 Frankfurt      DAX            6.141,34     -204,85       -3,23
 London         FT-SE-100      5.544,22     -158,0        -2,77
 Paris          CAC-40         3.242,84     -105,79       -3,16
 Zürich         SPI            5.211,91     -105,57       -1,99
 Mailand        FTSE MIB      16.017,73     -635,82       -3,82
 Madrid         IBEX-35        8.954,90     -269,50       -2,92
 Amsterdam      AEX              307,50     -  5,51       -1,76
 Brüssel        BEL-20         2.139,18     - 60,17       -2,74
 Stockholm      SX Gesamt        990,44     - 35,28       -3,44
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.385,22     - 77,14       -3,13