Facebook-Skandal nur Spitze des Eisbergs

1,5 Mrd. Daten frei im Netz

Facebook-Skandal nur Spitze des Eisbergs

Insgesamt schwirren ungeschützte sensible Daten mit einer Menge von 12 Petabyte (!) durchs Internet.

Laut der auf Cybersicherheit spezialisierten Firma Digital Shadows ist der Datenskandal bei Facebook nur die Spitze des Eisbergs. Das Onlinenetzwerk hat zuletzt zwar eingeräumt, dass der Skandal eine deutlich größere Dimension als bisher angenommen hat. Insgesamt wurden demnach mutmaßlich die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern - auch über  33.500 User aus Österreich könnten betroffen sein  - "unzulässig" mit der britischen Datenanalysefirma Cambridge Analytica geteilt. Im Vergleich zum nun veröffentlichten Bericht klingt diese Zahl jedoch ziemlich unspektakulär.

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1,5 Milliarden Dokumente mit sensiblen Daten

Nach den Erkenntnissen von Forschern befinden sich nämlich weltweit rund 1,5 Milliarden Dokumente mit sensiblen Daten leicht zugänglich im Internet. Es handle sich etwa um Quittungen, Gehaltsauszüge, Steuerinformationen oder Ergebnisse medizinischer Untersuchungen, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Bericht von Digital Shadows. Das Unternehmen veröffentlichte den Bericht, da vor dem Hintergrund des Facebook-Skandals verschärft über die Sicherheit privater Daten im Internet diskutiert wird.

Diese von Privatpersonen und Unternehmen stammenden Daten seien für jedermann mit minimalen technischen Kenntnissen "frei zugänglich", sagte der Vizechef der Firma, Rick Holland, der Nachrichtenagentur AFP. Hackern werde so der Job erheblich erleichtert.
 
 

Sogar Geschäftsgeheimnisse einsehbar

Ein großer Teil der ungeschützten Dokumente stammt den Angaben zufolge aus Gehaltsauszügen und Steuererklärungen. Allein 760.000 Dokumente dieser Art habe ein von Digital Shadows (Digitale Schatten) in den ersten drei Monaten dieses Jahres eingesetztes Instrument zum Durchforsten des Netzes gefunden. Auch Patientendaten seien schwach geschützt. So habe die Firma rund 2,2 Millionen frei zugängliche Dokumente über Körperuntersuchungen gefunden.
 
Auch viele Geschäftsgeheimnisse sind nach Angaben von Digital Shadows leicht zu knacken. So seien im Netz leicht Patentanträge und Details von noch nicht auf den Markt gebrachten Produkten aufzuspüren.
 
 

4.000 Mal größere Menge als die "Panama Papers"

Insgesamt summierten sich die ungeschützten sensiblen Daten im Netz nach Angaben der Forscher auf eine Menge von 12 Petabyte - das ist eine 4.000 Mal größere Menge als die "Panama Papers", also die Dokumente über potenzielle Geldwäsche und Korruption in dutzenden Ländern. Rund 36 Prozent der ungeschützten Informationen stammen laut Digital Shadows aus der EU.
 
 
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