"Tosca" an der Staatsoper

Dacapo für Jonas Kaufmann

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Jubel für Jonas Kaufmann und Martina Serafin in Puccinis Opernkrimi "Tosca".

Im Stehparterre der Wiener Staatsoper hielt sich am Montag bei der maßlos überbuchten 594. Vorstellung von Puccinis melodramatischem Opernkrimi Tosca in der 59-jährigen Inszenierung von Margarethe Wallmann hartnäckig das Gerücht, die zickige rumänische Primadonna Angela Gheorghiu alias "Draculette" hätte abgesagt, weil sie nicht wünschte, dass der bayerische Supertenor Jonas Kaufmann das finale Tenorglanzstück E lucevan le stelle wiederholte - eine vielleicht auf dem Balkan gebräuchliche Umgangsform. Tatsächlich hatte Kaufmann in der ersten Vorstellung der Tosca-Serie am Freitag trotz nicht enden wollenden Bravo-Geschreis und Stampfens des Publikums auf ein Dacapo der Arie verzichtet.

Am Montag war nun unter der Leitung von Eivind Gullberg Jensen die Wiener Starsopranistin Martina Serafin: eine äußerst attraktive Sängerin mit einer großen, dramatischen Stimme und leuchtenden Spitzentönen, übrigens die Tochter des Operetten-Traumpaares Mirjana Irosch und Harald Serafin. Für ihr Gebet im 2. Akt, Vissi d'arte, vissi d'amore, wurde sie mit Bravos gefeiert.

Strahlend

Kaufmann als revolutionärer Maler Mario Cavaradossi war wieder eine Klasse für sich: Schon für seine erste Arie Recondita armonia mit dem hohen B ("Tosca, sei tu!") kassierte er Bravos, seinen wilden Freudenausbruch über Napoleons Sieg bei Marengo, "Vittoria! Vittoria!", krönte er mit einem strahlenden Ais, und seine letzte Arie E lucevan le stelle, in der er sich vor seinem Tod seiner Liebe zu Tosca erinnert, sang er mit so herzzerreißender Intensität, dass der Zuschauerraum sich in einen Hexenkessel verwandelte und das tobende Publikum eine Wiederholung der Arie erzwang.

E. Hirschmann

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