Spätestens seit ihrem Viertelfinaleinzug beim WTA-Turnier in Linz gilt Lilli Tagger als „aufgehender Stern am Austro-Tennishimmel“. Der Finaleinzug von Anastasia Potapova macht sie zum zweiten großen Shooting-Star der Austro-Tenniswelt. Das ist ihr Geheimnis.
Lilli Taggers Erfolgsgeheimnis
Dass Lilli Tagger zu den spannendsten Nachwuchshoffnungen im österreichischen Tennis zählt, ist nicht ganz neu. Mit Mut, Disziplin und internationaler Erfahrung arbeitet sich die junge Spielerin Schritt für Schritt nach vorne.
International aufmerksam wurde man in der Tennisszene bereits 2022 auf die Osttirolerin, die sich damals bei der ITF Junior Tour gegen ältere und höher eingestufte Spielerinnen klar durchsetzte. Taggers Spiel lebt laut Expert:innen von Athletik, mentaler Stärke und druckvollem Grundlinienspiel – Qualitäten, die im modernen Tennis entscheidend sind. Ein wichtiger Meilenstein war nun ihr Auftritt in Linz am letzten Wochenende.
Ehrgeiz, Talent und Spaß am Spiel
Dort gelang Lilli Tagger ein vielbeachteter Erfolg, der ihr Selbstvertrauen weiter stärkte – und die erst 18-Jährige in die Top 100 der Weltrangliste katapultierte.
„Ich habe immer daran geglaubt, dass ich auf diesem Niveau bestehen kann“, gab sich die Tennisspielerin nach dem Turnier selbstbewusst.
Worte, die den Ehrgeiz der Sportlerin, die im Alter von fünf Jahren mit dem Tennis begann, zeigen. Doch auch Rückschläge gehören dazu. Nach ihrem Ausscheiden in Linz im Match gegen Anastasia Potapova blieb Tagger reflektiert: „Niederlagen sind Teil des Weges. Ich werde daraus lernen und stärker zurückkommen.“
Mentale Stärke
Diese Haltung unterstreicht ihre mentale Reife – ein entscheidender Faktor für die Karriere der Osttirolerin, zu deren besonderen Fähigkeiten übrigens ihre einhändige Rückhand zählt. Hinter ihren Erfolgen steht zweifelsohne auch der starke Rückhalt ihrer Familie – Mutter Sabine spielte selbst Tennis in der Bundesliga, Vater Stephan ist ebenfalls tennisbegeistert. Ihre vier Geschwister motivieren Lilli via WhatsApp – denn Tagger lebt in Italien, wo sie von Jannik Sinners Management-Team betreut und von Francesca Schiavone trainiert wird.
Anastasia Potapovas Erfolgsgeheimnis
Dass Anastasia Potapova das Finale des Turniers in Linz erreichte, gilt ebenfalls als Signal für eine Karriere, über die wir noch viel hören werden. Die inzwischen 25-jährige gebürtige Russin galt schon früh als Ausnahmetalent.
Doch Verletzungen und fehlende Konstanz bremsten sie. Erst der Neustart 2025, auch mit Österreich als sportlicher Heimat, brachte Stabilität und neue Perspektiven für die Tennisspielerin, die sich im Gegensatz zu Lilli Tagger gerne auf Instagram inszeniert.
Linz als Wendepunkt
In Oberösterreich zeigte Potapova ihr ganzes Können und besiegte auch im Viertelfinale das Ausnahmetalent Lilli Tagger klar. Der Finaleinzug vor heimischem Publikum wurde zum emotionalen Höhepunkt. Tagger sagte nach ihrem Aus: „Der erste Satz war recht knapp, den habe ich mir fast ein bisschen selber verspielt.“ Und nach dem Turnier: „Es war richtig bitter, dass es nicht gereicht hat. Aber es hat auch wirklich großen Spaß gemacht.“
Next Generation
Aussagen, die zeigen, dass die nächste Generation in den Startlöchern steht. Potapovas Erfolgsgeheimnis: mentale Stärke, weniger Risiko, mehr Kontrolle. Entscheidend ist ihr Fokus: „Ich war sehr fokussiert, das war der Schlüssel.“
Genau diese mentale Stabilität unterscheidet sie inzwischen von vielen Konkurrentinnen. Wie weit die gebürtige Russin, die nach Beginn des Ukraine-Krieges um die österreichische Staatsbürgerschaft ansuchte und diese 2025 erhielt, kommen kann? Die Konkurrenz ist stark, doch Potapova bringt Erfahrung und neue Konstanz mit, attestieren Expert:innen.
Das Finale von Linz könnte der Startschuss für den nächsten Karriereschritt sein. Ein Platz in den Top 20 scheint für die aktuelle Nummer 51 auf der Weltrangliste greifbar – und vielleicht sogar mehr. Denn ihr Weg zeigt: Rückschläge können zur größten Stärke werden.