Musicalkritik

Leid & Ruhm & Rock ’n’ Roll

von
Musical „Tommy“
© Bobby Anders
Musical „Tommy“ jetzt in Wien - Wir sahen die Show schon in Frankfurt.
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Leid & Ruhm & Rock ’n’ Roll: Mit der Rockoper Tommy hat The-Who-Gitarrist Pete Townshend wohl eine Parabel über sein eigenes Leben geschrieben – über den Aufstieg eines Außenseiters zum (allzu) abgöttisch verehrten Idol.

Die aktuelle Tommy-Produktion, die in Frankfurt entstand und gestern in Wien herauskam, fasziniert. Das Musical beginnt als Tragödie. Der kleine Tommy muss mit ansehen, wie sein Vater (anders als im Film) den Lover seiner Mutter umbringt. Traumatisiert, ist der Junge auf einmal stumm, taub und blind. Keine Heilung in Sicht – bis viele Jahre später sein Spiegelbild zerbricht und er von den Massen zum Guru erhoben wird.

Hits
Die Hits der Show, die zu den ewigen Meisterwerken des Rock zählen, stehen in strahlendem Gegensatz zur Düsternis der Handlung. Songs wie See Me, Feel Me, Pinball Wizard, The Acid Queen oder I’m Free sind Klassiker, die auch 43 Jahre nach Entstehen pralles Leben ausstrahlen. Eine kompetente Band bringt die Musik druckvoll und rau über die Rampe.

Ensemble
Auf diesem soliden Klangteppich lässt es sich prächtig spielen. Regisseur Ryan McBryde hat die Show sehr filmisch inszeniert; wo immer möglich, erschließt sich der Fortgang der Dinge durch Bilder anstatt durch Worte. Das britische Ensemble um „Tommy“ Leo Miles punktet mit Können, Spielfreude und großem Gesang.

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012


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Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

© Stephan Wyckoff

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus Erl

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.

© tirolerfestspiele.at

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.

© APA/HERBERT P. OCZERET

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