Opernkritik

Großartiger Giovanni in der Staatsoper

von
don giovanni
© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
Peter Mattei begeistert die Opernfans in der STaatsoper als Mozarts Wüstling.
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Wien hat einen neuen Don Giovanni - und was für einen! Der schwedische Bariton Peter Mattei singt erstmals in der Staatsoper Mozarts Wüstling und begeistert mit seinem beweglichen, fast lyrischen, aber auch zu dramatischen Attacken fähigen Bariton. Wunderbar zart gerät sein Ständchen, aggressiv und leidenschaftlich die „Champagner-Arie“, großartig und melodramatisch seine Höllenfahrt. Auch schauspielerisch ist Mattei ein idealer Don: riesengroß und gertenschlank, mit Schalk in den Augen und Zynismus in der Stimme tanzen Frauen und Männer nach seiner Pfeife.

Solide
In der überladenen Inszenierung von Jean-Louis Martinoty ist Wolfgang Bankl ein solider, etwas fader Leporello, Albert Dohmen ein schwächelnder Commendatore und Benjamin Bruns ein stimmschöner Ottavio. Ileana Tonca bezaubert als Zerlina, Marina Rebekas zerschneidet mit scharfem Sopran die Koloraturen Donna Annas, Alexandra Reinprecht ist als Donna Elvira überfordert. James Gaffigan muss noch viel lernen, um Mozarts Partitur gerecht zu werden.

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012


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Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

© Stephan Wyckoff

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus Erl

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.

© tirolerfestspiele.at

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.

© APA/HERBERT P. OCZERET

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