Emotionaler Fund

Natascha Kampusch: Ihre Familie kehrt zurück zum Haus des Entführers

20 Jahre nach ihrer Flucht aus dem Verlies hat die heute 38-Jährige Natascha Kampusch einen schweren psychischen Zusammenbruch erlitten. Ihre Familie kehrt in einer neuen ORF-Doku erstmals wieder in jenes Haus zurück, wo sie einst gefangen gehalten wurde.

ORF-Journalist Christoph Feurstein begleitete die Familie von Natascha Kampusch kürzlich zum Haus nach Strasshof, in dem sie jahrelang von Wolfgang Priklopil festgehalten wurde. In der Dokumentation „Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“ wird das Schicksal des Entführungsopfers vom Tag ihres Verschwindens am 2. März 1998 bis in die Gegenwart nachgezeichnet.

Christoph Feuerstein mit Natascha Kampuschs Schwester und deren Tochter

Christoph Feuerstein mit Natascha Kampuschs Schwester und deren Tochter

© ORF/Hans Leitner

Gemeinsam mit ihrer Schwester Claudia Nestelberger und deren Tochter Alina besuchte Feuerstein das ehemalige Gefängnis-Haus. Beim Ausräumen der Räumlichkeiten stießen sie auf ein besonders emotionales Objekt: das Kleid, das Natascha am Tag ihrer Entführung vor vielen Jahren getragen hatte. Dieser Besuch und die damit verbundenen Erinnerungen stehen im Schatten einer dramatischen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes.

Christoph Feuerstein mit Natascha Kampuschs Schwester und deren Tochter

Christoph Feuerstein mit Natascha Kampuschs Schwester und deren Tochter

© ORF/Hans Leitner

Wieder in Art Gefangenschaft

Kampusch über Corona: ''Maßnahmen zu wenig streng''
© oe24.TV/Screenshot

Die 38-Jährige Natascha Kampusch hat einen schweren psychischen Zusammenbruch erlitten, der das Leben der Familie völlig verändert hat. Ihre Schwester Claudia, die sich mittlerweile um die meisten Angelegenheiten von Natascha kümmert, findet deutliche Worte für die aktuelle Situation: "Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft." Die Angehörigen fühlen sich in dieser Lage oft machtlos.

Christoph Feuerstein mit Natascha Kampuschs Schwester und deren Tochter

Christoph Feuerstein mit Natascha Kampuschs Schwester und deren Tochter

© ORF/Hans Leitner

Familie will Schicksal aufklären

Feuerstein im Gespräch mit Brigitta Sirny

Feuerstein im Gespräch mit Brigitta Sirny

© ORF/Hans Leitner

Trotz der schwierigen Umstände hat sich die Familie dazu entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie wollen auf sensible Art und Weise aufklären und die Ursachen für den Zusammenbruch der Tochter, Schwester und Tante beleuchten. Es geht darum zu verstehen, wie es zwei Jahrzehnte nach der gewonnenen Freiheit zu diesem Rückschlag kommen konnte.

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