Niki Lauda hat wieder eine Airline

Comeback

Niki Lauda hat wieder eine Airline

Niki Lauda hat eine Business-Fluglinie gekauft. Was er damit vorhat.

Die Luftfahrt ist so etwas wie seine große Liebe. Niki Lauda, dreifacher Formel-1-Weltmeister und jetzt Aufsichtsratschef beim Mercedes-Team, hat bereits zwei Airlines gegründet. Erst die Lauda Air, später Niki. Seit ein paar Jahren, als er Niki Ende 2011 komplett an Partner Air Berlin verkaufte, war er draußen aus dem Fluggeschäft. Jetzt ist der 66-Jährige wieder drin: Kurz vor Weihnachten kaufte er von Investor Ronny Pecik dessen Bedarfsfluglinie Amira Air.

Pläne. Und es geht mit Vollgas los. „Mit meiner Erfahrung will und kann ich da viel draus machen“, sagt Lauda zu ÖSTERREICH. Solche Airlines, wo vermögende Kunden Jets mieten oder eigene Privatflieger betreiben lassen können, hätten großes Potenzial, so Lauda.

"Können mit Jets überall auf der Welt hinfliegen"
Zwölf Flieger betreibt Amira Air derzeit, es sollen mehr werden. Die Jets sind von Bombardier, Typ Challenger 300 und Global 6000. „Damit können wir überall auf der Welt hinfliegen.“ Mit seinem eigenen Privatjet fliegt Lauda im März zur Formel 1 nach Australien. „Ich bin Markenbotschafter von Bombardier. Da gibt’s dann in Melbourne ein Abendessen mit potenziellen Kunden, denen ich den Jet zeige. Das kann ich jetzt auch mit dem Amira-Geschäft verbinden.“

Lauda: "Airline-Kauf ruckzuck entschieden"

ÖSTERREICH: Herr Lauda, wie kam es zu Ihrer Rückkehr ins Fluggeschäft? Kauft man sich eine Airline so einfach?

Niki Lauda: Ich habe ja seit Längerem für meine Geschäftsreisen ein Privatflugzeug. Diesen Jet hatte ich früher bei Amira. Kurz vor Weihnachten hat mich Ronny Pecik gefragt, ob ich Interesse hätte, seine Amira Air zu kaufen. Da musste ich nicht lange nachdenken, habe mich ruckzuck entschieden.

ÖSTERREICH: Was haben Sie mit der Airline vor?

Lauda: Amira betreibt derzeit zwölf Flugzeuge, mein Jet, eine Global 6000 von Bombardier, kommt natürlich wieder dorthin. Ich möchte das Geschäft ausbauen, mehr Jet-Eigentümer gewinnen, ihr Flugzeug bei mir unterzubringen. Natürlich können Kunden bei uns auch Jets mieten und überall hinfliegen. Diesen Markt möchte ich ebenfalls ausweiten.

ÖSTERREICH: Was werden Sie als neuer Eigentümer ändern?

Lauda: Mein höchstes Credo sind Sicherheit und Qualität. Die Flieger müssen tipptopp gewartet sein und immer ausschauen wie neu. Und ich werde mit meinem Freund Attila Dogudan ein neues Catering-Konzept für solche Business-Flieger entwickeln. Die Flüge sind teuer, da muss ich auch Besonderes bieten.

ÖSTERREICH: Werden Sie auch selber im Cockpit sitzen?

Lauda: Meinen eigenen Jet fliege ich sowieso. Und ich werde den gesamten Flugbetrieb kontrollieren.

ÖSTERREICH: Wie viel Zeit investieren Sie in die Airline?

Lauda: Seit Anfang Jänner bin ich jeden Tag dort, analysiere alles, plane. Das passt im Moment gut ins Konzept, die Formel-1-Rennen beginnen ja erst im März wieder.

ÖSTERREICH: Bekommt die Airline einen neuen Namen?

Lauda: Da überlege ich mir etwas. Lauda Air und NIKI sind besetzt. Mein zweiter Vorname Andreas ist zu einfach. Wir werden sehen.

Interview: Angela Sellner