Der Showdown vor Gericht erreicht seinen emotionalen Höhepunkt. Jacqueline Lugner sitzt im Zeugenstand.
Während der Wiener Frühling das ehrwürdige Mauerwerk des Justizpalastes in goldenes Licht tauchte und die Sonnenstrahlen durch die hohen Fenster des Verhandlungssaals fielen, herrschte im Inneren eine Atmosphäre von schneidender Kälte. Was als juristischer Streit um ein Wohnrecht begann, eskalierte am heutigen Verhandlungstag zu einer beispiellosen Demontage einer Ehe-Legacy.
Jacqueline Lugner beim Verlassen des Gerichtssaals
Mehr lesen:
- Showdown vor Gericht: Jetzt sagt Jacqueline gegen Simone Lugner aus!
- Baumeister-Witwe Simone Lugner: Ist sie jetzt dem Beauty-Wahn verfallen?
- VIP-Opening: Bei der H.O.M.E. Depot suchten Simone Lugner und Co. Inspiration
Flucht vor der Konfrontation
Bevor die mit Spannung erwartete Zeugenaussage von Jacqueline Lugner begann, kam es zu einem emotionalen Eklat: Simone Lugner, die Witwe des verstorbenen Baulöwen, hielt dem immensen psychischen Druck nicht länger stand. Unter Tränen entschuldigte sie sich kurz vor dem Erscheinen ihrer Stieftochter und verließ fluchtartig den Saal, um draußen zu warten. Es war ein stiller Abgang, der die tiefe Zerrüttung innerhalb des Lugner-Clans sinnbildlich unterstrich.
Lugner-Prozess: Simone Lugner im Gerichtssaal
Das Fundament der Räumungsklage: € 79.900 und bittere Vorwürfe
Gegenstand des Verfahrens ist die von der Lugner Privatstiftung eingebrachte Räumungsklage, die darauf abzielt, die Witwe aus der Döblinger Villa zu weisen. Bei einem Streitwert von 79.900 Euro geht es jedoch um weit mehr als finanzielle Ansprüche – es geht um die moralische Integrität der Ehe. Die Stiftung führt ins Feld, dass die Lebensgemeinschaft zwischen Richard und Simone Lugner eine bloße Fassade gewesen sei.
Lugner-Prozess: Simone Lugner
Lugner City-GF Gerald Friede untermauerte dies mit pikanten Details: So hätten die Eheleute nicht nur im Alltag, sondern selbst im Urlaub auf getrennten Zimmern bestanden. Ein besonders bizarrer Moment der Verhandlung war die Erwähnung einer Glocke, die Friede bei der Hochzeit geläutet habe, um symbolisch die Hochzeitsnacht einzuläuten. Simones prompte Reaktion damals: „Darauf könnt ihr lange warten.“
Jacqueline Lugners Abrechnung: Ein Zweckbündnis statt Liebe?
Als Jacqueline Lugner schließlich den Zeugenstand betrat, zeichnete sie ein verheerendes Bild der letzten Monate ihres Vaters. Mit ruhiger, aber bestimmter Stimme sprach sie von einer Ehe-Lüge. Laut ihren Schilderungen habe Richard Lugner ihr gegenüber bereits vor der Vermählung gestanden, Simone eigentlich gar nicht heiraten zu wollen. „Er tat es nur, weil sie ihm umfassende Pflege und Beistand zugesichert hatte“, so der Tenor ihrer Aussage.
Lugner-Prozess: Simones Anwalt Florian Höllwarth
Besonders brisant: Jacqueline berichtete von zwei weiteren Frauen, denen der Baulöwe den Hof gemacht habe, die jedoch beide eine Ehe ablehnten. Die Vermählung mit Simone sei demnach kein Akt der Liebe, sondern ein verzweifeltes Arrangement eines alternden Mannes gewesen, der sich vor der Einsamkeit und mangelnder Pflege fürchtete – ein Versprechen, das Simone Lugner laut Ansicht der Stiftung und der Tochter nie vollumfänglich einlöste.
Besonders prägend sei ein Moment zwei Tage vor Richard Lugners Tod gewesen, als Jacqueline bei Simone nachgefragt habe, wie es ihm gehe. "Sie meinte, sie weiß es nicht, könne aber mal nachschauen", so Jacquelines Aussage.
Ausgang offen
Simone Lugner mit emotionaler Stütze Clemens Trischler
Trotz der heute vorgelegten, hochexplosiven Aussagen bleibt die juristische Klärung ein Langzeitprojekt. Die Beweisaufnahme zur tatsächlichen Natur der Ehe und zur Erfüllung der Pflegepflichten wird fortgesetzt. Während sich die Fronten zwischen der Witwe in der Villa und der Stiftung im Justizpalast weiter verhärten, bleibt nach diesem Tag vor allem eines zurück: Das Bild eines zerbrochenen Familienfriedens, der selbst im hellen Schein der Frühlingssonne keine Wärme mehr findet.