Überraschend

Hätten wir NIE gedacht: Was der Löwenzahn wirklich über Ihren Garten verrät

Jedes Jahr im April ist es dasselbe Spiel: Plötzlich schießen überall auf dem Rasen gelbe Blütenköpfe in die Höhe. Für viele Gartenbesitzer ist der Löwenzahn ein absolutes Ärgernis, das sofort mit dem Unkrautstecher bekämpft wird. Doch davor lohnt sich ein genauerer Blick. 

Für viele Gartenbesitzer ist der Löwenzahn der Endgegner des gepflegten Rasens. Doch bevor Sie der Pusteblume mit roher Gewalt zu Leibe rücken, lohnt sich ein genauerer Blick. Denn der Löwenzahn ist kein bloßer Störenfried, er liest Ihren Gartenboden wie ein offenes Buch und ist ein genialer, kostenloser Natur-Analyst.

Das sagt Löwenzahn über Ihren Garten aus

Hätten wir NIE gedacht: Was der Löwenzahn wirklich über Ihren Garten verrät
© Getty Images

Der Löwenzahn gehört zu den bekanntesten sogenannten Zeigerpflanzen. Das bedeutet: Wo er massenhaft wächst, verrät er uns die genauen Eigenschaften der Erde. Breitet sich die Pflanze bei Ihnen im Rasen aus, spricht das eine sehr klare Sprache:

Stickstoff-Überschuss

Ihr Boden ist extrem nährstoffreich. Löwenzahn liebt Stickstoff. Für den Rasen und andere Pflanzen kann ein Zuviel an Stickstoff auf Dauer aber zu schwammigem, anfälligem Pflanzengewebe und sogar zu einer schleichenden Bodenübersäuerung führen.

Verdichteter Boden

Er taucht bevorzugt dort auf, wo der Untergrund schwer, lehmig und von Maschinen oder vielen Tritten stark verdichtet ist.

So nützlich ist Löwenzahn

Während unsere herkömmlichen Rasengräser oft nur flach wurzeln, bildet der Löwenzahn kräftige Pfahlwurzeln, die bis zu einem Meter tief ins Erdreich bohren können. Damit durchbricht er harte, verdichtete Erdschichten wie ein natürlicher Pflug.

Hätten wir NIE gedacht: Was der Löwenzahn wirklich über Ihren Garten verrät
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Er belüftet den Boden aktiv, bringt Sauerstoff in die Tiefe und schafft dringend benötigten Lebensraum für Bodenorganismen. Wenn die Wurzel der Pflanze irgendwann abstirbt, bleiben im Boden kleine Kanäle zurück, von denen Regenwürmer und Tausendfüßler stark profitieren.

Ökologischer Held

Weil er zu den ersten blühenden Pflanzen des Jahres gehört, ist er zudem ein ökologischer Held und versorgt über 100 Wildbienenarten, Schmetterlinge und Schwebfliegen mit lebenswichtigem Nektar. Wer einen lebendigen, gesunden Garten will, lässt bewusst ein paar „Inseln“ stehen. Die Insekten werden es Ihnen danken.

So bringen Sie den Garten natürlich ins Gleichgewicht

Das massenhafte Auftreten des Wildkrauts stört Sie trotzdem? Dann bekämpfen Sie nicht die Pflanze, sondern verändern Sie einfach die Bedingungen im Boden:

Den Dünger reduzieren

Statt aus purer Gewohnheit ständig weiter zu düngen, sollten Sie dem Boden eine Pause gönnen. Eine zurückhaltende und rein bedarfsgerechte Düngung reicht oft völlig aus.

Den Rasen atmen lassen

Wer seinen Rasen regelmäßig vertikutiert, verbessert die Durchlüftung und löst die Verdichtung. Wenn die Gräser wieder Platz haben und tiefer wurzeln können, verschwindet der Löwenzahn oft von ganz allein.

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