Valentino Garavani kleidete Königinnen, First Ladies und Hollywood – jetzt ist die letzte große Mode-Ikone gegangen.
Valentino Garavani, der Mann hinter dem wohl berühmtesten Rot der Welt, ist am Montag, den 19. Jänner gestorben. Mit ihm endet eine Ära, in der Glamour noch kompromisslos war, Eleganz heilig und ein Kleid das Leben einer Frau verändern konnte. Valentino wurde 93 Jahre alt – und hinterlässt mehr als Mode: Er hinterlässt einen Mythos.
Wie alles begann: Ein Junge, ein Traum und Paris
Geboren 1932 im italienischen Voghera, wusste Valentino früh, dass sein Leben anders verlaufen würde. Während andere Kinder Fußball spielten, träumte er von Stoffen, Schnitten und großer Schönheit. Paris wurde sein Sprungbrett: Dort lernte er bei den ganz Großen der Couture, sog die Raffinesse der französischen Mode auf und formte daraus später seinen ganz eigenen Stil.
1960 dann der große Schritt: Valentino gründet sein eigenes Modehaus in Rom. Was zunächst elitär und exklusiv wirkte, wurde innerhalb weniger Jahre zum internationalen Maßstab für Luxus.
Der Durchbruch: Als Italien die Welt verzauberte
In den 1960er-Jahren passiert das Unvermeidliche: Valentino wird entdeckt. Seine Shows in der legendären Sala Bianca in Florenz katapultieren ihn auf die internationale Bühne. Die Welt sieht Kleider, die weich fließen, Körper umschmeicheln und Frauen größer wirken lassen, als sie sind.
Und dann ist da dieses Rot. Kein gewöhnliches Rot – sondern Valentino Red. Sinnlich, kraftvoll, unübersehbar. Eine Farbe, die Geschichte schrieb und bis heute als Inbegriff von Luxus gilt.
Die Frauen an seiner Seite: Jackie, Audrey, Liz
Valentino kleidete keine Kundinnen, sondern schuf Ikonen. Jackie Kennedy, Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor, Sophia Loren: Sie alle vertrauten ihm ihre wichtigsten Auftritte an. Jackie Kennedy heiratete Aristotle Onassis in einem Valentino-Kleid – einer von vielen Momenten, die Modegeschichte schrieben.
Hollywood, Macht und Perfektion
Spätestens in den 1990er-Jahren war Valentino mehr als ein Designer – er war eine Marke, ein Statussymbol, ein Machtfaktor. Seine Shows wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen, seine Ateliers zu Pilgerstätten für Reiche und Schöne.
Der Dokumentarfilm „Valentino: The Last Emperor“ zeigte später die kompromisslose Perfektion, den Glamour, aber auch den Preis dieses Lebens: Disziplin, Kontrolle, absolute Hingabe an Schönheit.
Der große Abschied – auf dem Höhepunkt
2007 dann der Moment, den niemand kommen sehen wollte: Valentino kündigt seinen Rückzug an. Kein Skandal, kein Absturz – sondern ein Abgang auf dem Höhepunkt. Seine letzte Couture-Show 2008 in Paris wurde zur emotionalen Verbeugung eines Meisters, der wusste, wann es Zeit ist zu gehen.