Sieben Angeklagte aus der linksradikalen Szene, die über einen Burschenschafter hergefallen waren, wird in Graz der Prozess gemacht: Die Anklage - für sechs gebrochene Rippen - lautet auf schweren Raub. 5 bis 15 Jahre Haft drohen.
Stmk. Sieben Angeklagte sind ab Mittwoch in Graz wegen schweren Raubes vor einem Schöffensenat gestanden. Sie sollen im Jänner 2025 nach dem Akademikerball einem Besucher die Couleur-Kappe weggenommen haben. Das Opfer, ein 60-jähriger Steirer aus dem Bezirk Liezen, stürzte und wurde schwer verletzt - brach sich sechs Rippen und konnte vor Schmerz nicht mehr schlafen. Die Beschuldigten, die der Antifa-Szene angehören sollen, leugneten bisher jede gewaltsame Wegnahme der Kappe. Um die genaue Beteiligung der sieben Personen zu klären, wurden zunächst drei Verhandlungstage angesetzt.
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Die Hintergründe: In der Nacht von 25. auf 26. Jänner fand in Graz im Congress der Akademikerball statt. Einer der Besucher war gegen 3.00 Uhr früh mit seiner Frau auf dem Heimweg, als ihm die Couleur-Kappe vom Kopf gerissen wurde. Er ging zu Boden und erlitt Serienrippenbrüche. Ob und von wem er gestoßen oder geschlagen wurde, war zunächst unklar.
Großes Polizeiaufgebot im Landesgericht in Graz
"Hier geht es nicht um die Gesinnung der Angeklagten, es geht nur um eine Wegnahme", versuchte die Staatsanwältin zu Beginn zu betonen. Dass die politische Seite nicht ganz ausgeblendet werden konnte, zeigte schon das große Polizeiaufgebot beim Prozess. Der Saal war bis zum letzten Platz mit Zuhörern gefüllt, die offenbar aus Sympathie zu den Angeklagten erschienen waren. "Dass das Motiv politisch war, mag sein, hat hier aber keine Relevanz", mahnte die Anklägerin.
Ihren Ausführungen nach hatten die sieben Personen zunächst an der Demonstration gegen den Akademikerball, die friedlich verlief, teilgenommen. Dann trafen sie sich in einem Café und sollen dort die Tat beschlossen haben, bevor sie gezielt als Trophäe-Jäger nach einem Opfer Ausschau hielten.
Die Darstellung des Erstangeklagten sah etwas anders aus: "Ich bin am Congress vorbeigekommen und habe den Mann mit seiner Frau gesehen". Er folgte den beiden "weil ich neugierig war. Dann habe ich mich zu der spontanen Idee hinreißen lassen, ihm die Kappe wegzunehmen", schilderte er die Tat. Dass der Mann verletzt wurde, will er nicht bemerkt haben. Zusammen mit einem weiteren Angeklagten ging er dann in dessen Wohnung.
"Beim Ermittlungsverfahren schien es sehr wohl um Gesinnung zu gehen", war eine der Verteidigerinnen überzeugt. Immerhin habe es Hausdurchsuchungen, Handyauswertungen und internationale Haftbefehle gegen die Verdächtigen gegeben. Die Staatsanwältin erklärte das Vorgehen damit, dass man zunächst nicht gewusst habe, ob nicht Anschläge geplant gewesen seien.