Terror-Prozess

Hass-Prediger: Heute Urteil?

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Mirsad O. soll für den IS rekrutiert und zu Morden in Syrien angestiftet haben.

Es ist der größte IS-Terrorprozess, der jemals in Österreich verhandelt wurde. Für heute wird das Urteil gegen den Wiener Hassprediger Mirsad O. (26) und den Tschetschenen Mucharbek T. (28) erwartet. Beiden droht eine lebenslange Haftstrafe.

Das Straflandesgericht Graz gleicht einem Hoch­sicherheitstrakt. Unter strengster Bewachung läuft der Prozess gegen Mirsad O., der als „Ebu Tejma“ in einer kleinen Moschee in der Venediger Au in Wien-Leopoldstadt predigte. Dort soll er laut Anklage junge Männer radikalisiert und auch für den IS in Syrien rekrutiert haben. Die Zeitung ÖSTERREICH war es, die 2014 erstmals über die Machenschaften von „Ebu Tejma“ berichtete und deshalb von einem Gericht verurteilt wurde.

Telefonprotokolle
belasten Angeklagten

Sieben Monate später aber wurde Mirsad O. festgenommen. Seitdem sitzt er in U-Haft. Dem „Medienstar der islamistischen Bewegung“ (O-Ton Staatsanwalt) wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Anstiftung zum Mord vorgeworfen. Die Morde soll der Zweitangeklagte Mucharbek T. begangen haben. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Mirsad O., dessen neunköpfige Familie in Wien von Sozialhilfe lebt, hat bislang alle Vorwürfe zurückgewiesen. Zeugen und Protokolle der Telefonüberwachung sollen ihn jedoch entsprechend belasten. Aufgrund relativ hoher Strafen für „kleinere Kaliber“ unter den Jihadisten wird im Falle einer Verurteilung mit einer hohen Strafe für Mirsad O. gerechnet.

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