17-Jähriger vor Gericht

Messer-Attacke auf Familie nach Tod von Oma

© APA, Kerstin Scheller
Der zweite Verhandlungstag in Linz startete mit Einvernahmen der Nachbarn - als Urteil wird die Einweisung des 17-Jährigen auf die Forensik erwartet.
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OÖ. Die Verhandlung gegen einen 17-Jährigen, der im Juni des Vorjahres in Pasching bei Linz  seine Mutter und seine Schwester mit einem Stanley- und einem Fleischermesser aus der Küche zu töten versucht haben soll, ist am Freitag mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt worden. Der Teenager war zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig, er leidet an einer schweren psychischen Erkrankung, nahm aber die Medikamente nicht.

Schon am ersten Verhandlungstag Anfang April wurde von purem Zufall gesprochen, dass die Mutter überhaupt überlebt habe. Heute hat sie "über 30, teils wulstige, Narben" im Gesicht und am Oberkörper. Der Sohn hatte mit einer derartigen Intensität so oft auf sensible Körperteile zugestochen, dass er den Tod billigend in Kauf genommen hat. Die Staatsanwaltschaft unterstellte ihm daher bedingte Tötungsabsicht. Aufgrund seiner Erkrankung könne er aber strafrechtlich nicht verurteilt werden, da er nicht zurechnungsfähig sei. Weil zu befürchten sei, dass der Betroffene mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen seiner psychischen Störung erneut eine mit Strafe bedrohte Handlung mit schweren Folgen begehen werde, wurde die Unterbringung wegen einer schweren psychischen Erkrankung gefordert. Die Staatsanwältin hat daher die Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum beantragt.

Nachbarn ahnten, dass Schlimmes passiert

Die Nachbarin, zu der die Mutter geflüchtet war, berichtete am zweiten Verhandlungstag, dass sie bereits seit ein bis zwei Jahren mitbekommen habe, dass mit dem Teenager etwas nicht mehr stimme. Er habe die Schule abgebrochen und hielt sich meist im Haus auf. Ein halbes Jahr vor der Messerattacke war es aber im Garten der betroffenen Familie zu einem Zwischenfall gekommen, so die Zeugin. Der Bub sei "außer sich gewesen", wollte ein Messer holen. Dann sei er weggerannt, der Nachbar und der Vater verfolgten ihn und es wurde die Polizei geholt. Der Bursche sei ins Spital gekommen. Nach seiner Entlassung sei er "ein anderer Mensch" gewesen. Wenn er im Garten war, habe er eigenartige Laute von sich gegeben, berichtete die Anrainerin: "Es war uns ganz klar, dass da was ganz, ganz Schlimmes passiert ist."

Die Schwester berichtete, dass sie vor ihrem Bruder wegen dessen Erkrankung Angst gehabt habe. Sie bestätigte dem Richter, dass es "dauernd lauten Streit" darüber gegeben habe, dass er seine Medikamente nicht schlucke. Die Mutter meinte unter Tränen, dass er vor der Krankheit ein "gescheiter Bub" gewesen sei. 2023 starb seine Oma, das habe ihn stark belastet. Erst habe die Familie gedacht, "er vermisst sie so sehr", erst später bemerkte sie, dass er krank sei und Halluzinationen haben dürfte.

Das Urteil sollte am späten Nachmittag fallen.

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