Neue Methode

LK Mistelbach mit innovativer Netzhauttherapie

Am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf wird im Rahmen einer Studie eine innovative Therapie für Erkrankungen der Netzhaut durchgeführt. Sie soll Erleichterung für Patienten bringen, die aktuell etliche Injektionen pro Jahr benötigen. 

Bei der neuartigen Therapie wird einer Aussendung der Landesgesundheitsagentur Niederösterreich (LGA) zufolge ein kleines, etwa reiskorngroßes Kunststoffröhrchen während eines hochspezialisierten Eingriffes in die Wand des Auges eingesetzt. Das Röhrchen soll danach permanent als Reservoir für die zur Behandlung notwendigen Medikamente im Inneren des Auges dienen. 

Eine Erleichterung für Betroffene, denn bisher benötigte man etliche Injektionen eines Medikaments, das direkt in das Augeninnere verabreicht wird, heißt es. „Doch viele unserer Patientinnen und Patienten leiden unter den Injektionstherapien, die aufwändig sind und zudem bis zu zwölf Mal pro Jahr dauerhaft durchgeführt werden müssen“, betont Sebastian Waldstein, Vorstand der Abteilung für Augenheilkunde und assoziierter Professor an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften.

Durch die Depotwirkung des Röhrchens, das den Patienten bei der neuen Therapie eingesetzt wird, sollen die Injektionen auf ein bis zwei ambulante Befüllungen pro Jahr reduziert werden können.

Erste Implantation in Mistelbach

Zu dem innovative Röhrchensystem wurden laut LGA weltweit bereits mehrere Studien durchgeführt. Im Rahmen einer internationalen Studie wird es nun an rund 250 Patientinnen und Patienten getestet. Die erste dabei durchgeführte Implantation fand im Landesklinikum Mistelbach statt, so Waldstein. Außerdem habe das Landesklinikum „als erstes Zentrum der Welt bei dieser konkreten Studie unser Ziel von vier Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern erfüllt“.

„Diese Studie und die daraus resultierende neuartige und schonendere Therapie für unsere Patientinnen und Patienten mit Netzhauterkrankung zeigt wieder einmal wie hochprofessionell in Niederösterreich Medizin betrieben wird. Auch weltweit können wir hier mit führenden Kliniken mithalten", hält der für die Landes- und Universitätskliniken zuständige Landesrat Anton Kasser (ÖVP) in der Aussendung fest.

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