Reiselust

Imagepolitur für Moskau

20 Millionen Euro will Moskau dafür ausgeben, um den Ruf der Stadt bei den Touristen aufzupolieren. Die Zarenstadt hat viel zu bieten und liegt nur zwei Flugstunden entfernt.

Die hölzernen Marktstände sind voll geräumt mit Pelzmützen, kleinen Schmuckkästchen und allerlei Kleinkram. Ältere russische Frauen deuten auf ihre schönsten Waren und versuchen zum Kauf zu verlocken. Der Ismailov-Markt vermittelt traditionelles russisches Flair, abseits vom Stadtkern der lebhaften Millionenmetropole. Hier scheint es, als wäre die Zeit etwas stehen geblieben. Außer bei den bemalten russischen Holzpuppen, den so genannten matrjoschka. Sie sind mit modernen Motiven bemalt: Spiderman und Spongebob stehen gleich neben Vladimir Putin oder George Bush.

Der Kreml: Sitz der Macht
Moskau ist eine Stadt voller Gegensätze. Kleine Kirchen mit goldenen Kuppeln stehen neben meterhohen Leuchtreklamen. Auf der einen Seite besteht Moskau zu zweidrittel aus Grünflächen, auf der anderen Seite stauen sich täglich zwei Millionen Autos auf Straßen mit bis zu 14 Spuren. Mehrmals am Tag steht die Hauptverkehrsstraße in Moskau still. Die Straße wird abgesperrt, schwarze Limousinen biegen aus dem Kreml in Richtung Innenstadt. Vladimir Putin oder einer seiner Staatsmänner fährt aus. Hinter der bis zu 19 Meter hohen Mauer wirkt der Kreml wie eine Stadt in der Stadt. Wer hinein möchte, muss durch eine Kontrolle wie beim Flughafen. Bewegen darf man sich vor dem Regierungssitz nur auf den gekennzeichneten Wegen. Aber kein Wunder, Sie kommen den Amtssitz von Vladimir Putin auch sehr nahe.

Nebenjob: Lenin-Double
Gleich neben dem Kreml ist der berühmte Rote Platz. Wo früher spektakuläre Militärparaden statt fanden, stehen heute tausende Touristen vorm Lenin-Mausoleum Schlange. Wer einen Blick auf den einbalsamierten Gründer der Sowjetunion werfen möchte, sollte früh aufstehen. Ein beliebtes Fotomotiv sind auch die Doppelgänger von Lenin, Stalin und Marx. Sie bieten Touristen gemeinsame Fotos an. Ein einträgliches Geschäft, sagt Lenin-Verschnitt Alexander Jemeljanow: "An guten Tagen verdiene ich bis zu 3.000 Rubel." Das Trio arbeitet seit einigen Monaten zusammen. " Wir sammeln Geld für die nächste Revolution ", erklären sie mit ironischem Unterton.

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