0:3! Austria gegen Atletico ohne Chance

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0:3! Austria gegen Atletico ohne Chance

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Im zweiten Gruppenspiel siegt Zenit bei Porto.


Atletico Madrid war der Austria am 3. Spieltag der Fußball-Champions-League eine Nummer zu groß. Die Wiener mussten sich dem spanischen Cupsieger am Dienstag vor 45.675 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion 0:3 (0:2) geschlagen geben. Die Tore der Gäste erzielten Raul Garcia (8.) und Starstürmer Diego Costa (20., 53.), bei der besten Chance des österreichischen Meisters traf Philipp Hosiner die Latte (35.). Austria-Trainer Nenad Bjelica wurde wegen Schiedsrichter-Kritik in der Pause auf die Tribüne verbannt.

Austria neues Schlusslicht
Nach dem 0:1 gegen den FC Porto und dem 0:0 gegen Zenit St. Petersburg ist die weiter torlose Austria mit der zweiten Niederlage auf den vierten und letzten Platz der Gruppe G zurückgefallen. Denn im Parallelspiel ergatterte Zenit mit einem 1:0 in Porto den ersten Sieg und verbesserte sich auf Rang zwei. Die nächste Champions-League-Aufgabe wartet auf die Austrianer am 6. November in Madrid, in der heimischen Liga geht es am Sonntag mit dem Derby zu Hause gegen Rapid weiter.

Defensive mit Schwächen

Im Gegensatz zu den defensiv fast fehlerlosen ersten beiden Auftritten in der Königsklasse offenbarte die Austria-Abwehr diesmal sehr früh Schwächen. Ein Lochpass von Koke hebelte die Austria-Hintermannschaft komplett aus, Filipe Luis spielte clever quer und Garcia rollte den Ball seelenruhig zur 1:0-Führung für Atletico über die Linie (8.).

Atletico klar überlegen
Die homogene Einheit aus Madrid, die in der spanischen Liga hinter dem FC Barcelona die derzeit beste Defensive stellt, hatte damit das erwünschte frühe Tor in der Tasche und diktierte die Partie problemlos. Zudem musste bei der Austria Marko Stankovic bereits in der 14. Minute verletzt vom Feld. Der Mittelfeldspieler hatte zuletzt einen Monat gefehlt, nun wurde beim offenbar etwas verfrühten Comeback gleich wieder die Blessur in der linken Wade akut.

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Costa unterstreicht seine Klasse
Und in der 20. Minute zeigte Costa dann, warum er vor Cristiano Ronaldo und Lionel Messi derzeit die Nummer eins der Torschützenliste in Spanien ist. Der Brasilianer startete kraftvoll aus der eigenen Spielhälfte einen Sololauf, ließ Austria-Kapitän Manuel Ortlechner schlecht aussehen und schob an Goalie Heinz Lindner vorbei zum 2:0 ein (20.).

Hinter dem Einsatz von Costa, den auch die spanische Nationalmannschaft für sich gewinnen will, war aufgrund einer Knöchelverletzung ein Fragezeichen gestanden. Nachdem der 25-Jährige aber die ersten beiden Partien aufgrund einer Sperre verpasst hatte, ließ sich Costa sein Debüt im Wiener Prater nicht entgehen.

Lattentreffer von Hosiner
Die Austria spielte erst nach mehr als einer halben Stunde etwas befreiter auf. Nach Flanke von Florian Mader knallte Hosiner volley an die Latte (35.), bei einem Zweikampf zwischen Miranda und Roman Kienast reklamierten die in Gold-Trikots angetretenen Austrianer vergeblich Elfmeter (37.). Sehr zum Ärger von Austria-Trainer Nenad Bjelica, der auf dem Weg in die Kabine das Gespräch mit Schiedsrichter Daniele Orsato suchte und daraufhin auf die Tribüne verbannt wurde.

Lindner verhindert Debakel

Dem kurzen Aufbäumen der Austrianer bereitete Atletico in der 53. Minute ein Ende. Bei einem Querpass von Emiliano Insua fuhr Ortlechner vergeblich die Zehenspitzen aus, Costa wartete bereits in der Mitte und verwertete eiskalt zum 3:0. Nicht einmal Austrias Jagd nach dem Premierentreffer wurde belohnt, die beste Chance darauf vergab der engagierte Kienast (62.).

Auf der Gegenseite verhinderte Lindner im Finish mit zahlreichen Paraden eine noch höhere Niederlage. Die Ausbeute der Austrianer aus den jüngsten elf Pflichtpartien liest sich nun äußerst trist: bei sieben Niederlagen und drei Remis siegte die Bjelica-Truppe nur einmal.

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Die Stimmen zum Spiel

Nenad Bjelica (Austria-Trainer): "Ich habe beim Abgang zur Pause gefragt, ob wir zu klein sind für dieses Spiel. Das war genug, um mich auszuschließen. Er hat gesagt, ich darf in der zweiten Halbzeit nicht auf der Bank sitzen. Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen in den ersten 20 Minuten. Wir haben ihnen zu viel Raum gegeben, was die Zweikämpfe betrifft, etwas mit zu viel Respekt agiert. Es ist schwer gegen Atletico zu spielen, sie sind besser. Der Unterschied ist 200 Millionen Transferwert. Da ist keiner, der nicht Nationalspieler ist, da ist keiner unter zehn Millionen wert. Wenn dann der Spielverlauf so ist, ist es schwer. Wir hatten Chancen, aber es wollte nicht sein. Es hat schon für viel weniger Elfer gegeben."

Manuel Ortlechner (Austria-Kapitän): "Wir haben die ersten 20 Minuten völlig verschlafen. Wir hatten zu viel Respekt, haben zwei Tore kassiert, dann ist der ganze Plan über Bord geworfen worden. Der Gegner war sehr, sehr stark, das ist die Mannschaft der Stunde in Spanien. Wir hatten gute Möglichkeiten zum 1:2, ich glaube, es war ein klarer Elfmeter. Wir haben alles versucht, heute war leider nicht mehr drin. Schade, es war eine tolle Kulisse, wir wollten das Publikum belohnen."

Roman Kienast (Austria-Stürmer):
"Wir hatten Pech in der ersten Halbzeit, der Ball geht an die Latte und raus. Es ist verhext, wir haben in jedem Spiel ein paar Chancen, der Ball will aber einfach nicht rein." Zu der Strafraumszene, bei der es keinen Elfmeterpfiff gegeben hat: "Ich glaube, er hat mich gehalten, aber wenn ich das sehe, bin ich nicht ganz sicher, ob es Elfer war. Es gibt 'Schiris', die geben Elfer, und es gibt welche, die geben ihn nicht."

Heinz Lindner (Austria-Torhüter)
: "Das war ein harter Abend. Bitter war, dass ich bei zwei Toren eine Chance gehabt hätte, das war ein bisschen unglücklich. Das zweite Tor halte ich vielleicht, wenn ich einen guten Tag habe, beim dritten spekuliere ich richtig, aber der Ball geht unten durch. Wir sind nicht so gut rausgekommen, haben den Spielanfang ein bisschen verschlafen. Zack zack und es ist 0:2 gestanden, das hat unseren Plan über den Haufen geworfen."

Philip Hosiner (Austria-Stürmer):
"Wir haben völlig verdient verloren. Wir haben versucht dort anzuknüpfen, wo wir in St. Petersburg aufgehört haben. Das ist nicht gelungen. Wir haben den Anfang verschlafen, dann haben sie ihre Klasse ausgespielt."

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