Austria nach 1:2-Debakel neues Schlusslicht

Fußball Bundesliga

Austria nach 1:2-Debakel neues Schlusslicht

Und: 0:1 - WAC verpasste gegen Wr. Neustadt Sprung an die Spitze; Altach - Ried 2:2

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Die Negativserie der Austria in der Fußball-Bundesliga ist am Samstag prolongiert worden. Die Wiener mussten sich der Admira auswärts 1:2 (0:2) geschlagen geben und sind nach sieben Spielen weiter die einzige sieglose Mannschaft der Liga. Die Truppe von Trainer Gerald Baumgartner ist mittlerweile sogar auf den zehnten und letzten Tabellenplatz abgerutscht.

Die Admira legte kurz vor der Pause einen Doppelschlag durch Eldis Bajrami (43.) und Stephan Zwierschitz (45.+2) hin, der Austria gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Alexander Grünwald (51.).

Die "Rote Laterne" wird nun zumindest zwei Wochen in Wien-Favoriten hängen, weiter geht es erst nach der Länderspiel-Pause am 13. September mit einem Heimspiel gegen SV Ried. Saisonübergreifend ist man sogar zehn Meisterschaftspartien ohne vollen Erfolg, der Club-Negativrekord aus dem Jahr 2001 könnte bereits gegen die Rieder eingestellt werden.

Die Austria hatte die Partie in der Anfangsphase recht sicher im Griff, offensiv war aber nicht mehr als ein Kopfball von Vhance Sikov knapp über die Latte zu sehen (17.). Die Admira bekam nach rund einer halben Stunde Rückenwind und erzeugte durch Rene Schicker (27.) und Issiaka Ouedraogo (26., 32.) Gefahr.

Ein Doppelschlag kurz vor der Pause - beide Treffer fielen infolge von Standardsituationen - war danach der nächste Nackenschlag für die Austria. Zunächst versenkte Bajrami einen Freistoß aus 25 Metern im Tor (43.). Der Ball wurde vom in der Mauer stehenden Daniel Royer unhaltbar ins linke Eck abgefälscht (43.).

Im Gegenzug hatte Royer wieder Pech, der Mittelfeldspieler traf die linke Stange (45.+1). Die Admira legte hingegen noch vor dem Pausenpfiff nach. Nach Corner von Bajrami faustete der von Schößwendter bedrängte Lindner den Ball nicht weit genug weg, Zwierschitz war zur Stelle und köpfelte zum 2:0 ein (45.+2).

Zweite Spielhälfte
Austria-Coach Baumgartner dürfte in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben, denn seine Truppe startete wild entschlossen und energisch in die zweiten 45 Minuten. Der eingewechselte Grünwald tankte sich auf der linken Seite durch und verkürzte aus zwölf Metern ins kurze Eck auf 1:2 (51.).

Der große Austria-Sturmlauf blieb aber aus, die besten Ausgleichschancen vergaben Grünwald (67., 84.), Kamara (80., 88.) und Royer (86.). Den nach Maria Enzersdorf mitgereisten Austria-Fans war der Frust deutlich anzumerken. Zahlreiche Anhänger postierten sich absprungbereit auf den Absperrgittern.

Es blieb jedoch friedlich, anstelle eines Platzsturms verließen die violetten Fans größtenteils in der 85. Minute das Stadion.
 

Admira - Austria 2:1
Fußball-tipico-Bundesliga - 7. Runde: FC Admira Wacker Mödling - FK Austria Wien Endstand 2:1 (2:0). Maria Enzersdorf, BSFZ Arena, 4.007, SR Dintar.

  • Tore: 1:0 (43.) Bajrami, 2:0 (45.+2) Zwierschitz, 2:1 (51.) A. Grünwald
  • Admira: Leitner - Zwierschitz, Schößwendter, Katzer, Wessely - Ebner (71. Maier), D. Toth (53. Lackner) - Ouedraogo (80. B. Sulimani), Auer, Bajrami - R. Schicker
  • Austria: Lindner - Stryger Larsen, Sikov, Ortlechner, Suttner - Holland, M. Leitgeb (69. De Paula) - Royer, Meilinger (61. Kamara), Th. Salamon (46. A. Grünwald) - Damari
  • Gelbe Karte: Wessely, Ouedraogo, Lackner, Katzer bzw. Suttner
  • Die besten Spieler: Katzer, Bajrami, Leitner bzw. Royer

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WAC verpasste Sprung an die Spitze

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Der WAC hat den Salzburger Umfaller nicht nützen können und ebenfalls die erste Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga kassiert. Die Wolfsberger mussten sich am Samstag zu Hause dem bisherigen Schlusslicht Wiener Neustadt mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und verpassten damit den Sprung an die Tabellenspitze. Die Entscheidung fiel in der Schlussphase durch ein Tor von Christoph Freitag (85.).

Während der WAC in der siebenten Runde damit erstmals Punkte lassen musste, feierte Wr. Neustadt den zweiten Sieg in Folge und verließ damit auch das Tabellenende. Die Pfeifenberger-Elf liegt nun zwei Punkte vor dem neuen Letzten, der Wiener Austria.

Der WAC, der so sensationell in die Saison gestartet war, konnte nicht an die Leistungen der bisherigen zwei Heimspiele mit jeweils vier Toren anschließen. Die Kärntner taten sich gegen Wr. Neustadt schwer, es entwickelte sich eine offene Partie, die nicht die Tabellensituation widerspiegelte.

Das Team von Didi Kühbauer, der erstmals in dieser Saison Kerhe (statt Wernitznig) in der Startelf einsetzte, bemühte sich um die Spielgestaltung, Wr. Neustadt versuchte mit schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Deutschmann hatte für die Gäste die größte Chance in der ersten Hälfte (11.), auf der Gegenseite scheiterte Zulj an Torhüter Vollnhofer (19.).

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff vergab Jacobo schließlich eine sprichwörtlich hundertprozentige Chance zur Führung für den WAC. Der Spanier scheiterte im ersten Versuch an Vollnhofer, und anstatt den Abpraller ins leere Tor zu schießen, wollte Jacobo für einen Mitspieler auflegen, schoss aber neuerlich nur den Torhüter an.

Zweite Spielhälfte
Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich an der Charakteristik der ausgeglichenen Partie nichts. Für Wr. Neustadt vergaben Rauter (55.), Dobras (64.) und Ebenhofer mit einem direkten Eckball (76.) den möglichen Siegestreffer, für den WAC schoss Routinier Standfest einen Freistoß an die Stange (62.). Ein Kopfball von Silvio ging über das Tor (79.).

Und als alles schon mit einer Punkteteilung rechnete, schlug Freitag zu. Der Mittelfeldspieler stand richtig, als Torhüter Kofler einen Schuss von Koch nach vorne abprallen ließ, und sicherte seinem Team den ersten Auswärtssieg seit 4. Mai (2:1 in Graz).
 

WAC - Wr. Neustadt 0:1
Fußball-tipico-Bundesliga - 7. Runde: WAC - SC Wr. Neustadt Endstand 0:1 (0:0). Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 4.750, SR Harkam.

  • Tor: 0:1 (85.) Freitag
  • WAC: Kofler - Standfest, Sollbauer, Rnic, Palla - M. Weber, Hüttenbrenner - Kerhe (71. Wernitznig), P. Zulj (84. Simon), Jacobo - Trdina (60. Silvio)
  • Wr. Neustadt: Vollnhofer - Pollhammer, Deutschmann, Mally, Ranftl - Freitag, O'Brien - Osman Ali (89. Schöpf), Rauter, Dobras (72. M. Koch) - J. Salamon (62. Ebenhofer)
  • Gelbe Karten: Zulj bzw. O'Brien, Deutschmann
  • Die Besten: Standfest, Jacobo, Zulj bzw. Vollnhofer, Ranftl, Dobras, Rauter

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Altach - Ried: Drei Joker-Tore bei gerechter Punkteteilung

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Louis Ngwat-Mahop hat Aufsteiger Altach in der 7. Runde der Fußball-Bundesliga gegen die SV Ried einen Punkt gerettet. Der eingewechselte Stürmer traf am Samstagabend in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:2-Endstand. Zuvor hatten Denis Streker (65.) und Julius Perstaller (68.) innerhalb von drei Minuten eine frühe Altacher Führung gedreht.

Die Partie begann mit einem Gastgeschenk von Ried-Verteidiger Harald Pichler, er ließ im Strafraum das Bein stehen und sah seine fünfte Gelbe Karte in der laufenden Saison. Der Verteidiger fehlt damit im Auswärtsspiel gegen Austria Wien gesperrt. Altachs Ismael Tajouri nahm die leichte Berührung dankend an, Hannes Aigner verlud beim folgenden Strafstoß Torhüter Gebauer und traf sicher in die linke Ecke (4.).

Beide Teams agierten in der Anfangsphase mit offenem Visier: Oliver Kragl prüfte mit einem Freistoß aus 23 Metern Altach-Goalie Martin Kobras (6.). Auf der Gegenseite setzte der freistehende Aigner einen Kopfball nach Salomon-Flanke drüber (7.).

Eine Viertelstunde brauchten die Oberösterreicher, um den frühen Schock wegzustecken, ab da übernahm die Elf von Trainer Oliver Glasner das Kommando im Spiel, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Nachdem Rieds Thomas Murg mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (32.), kamen auch die Gastgeber wieder zu einigen Entlastungsangriffen.

Zweite Spielhälfte
Nach Wiederbeginn bäumten sich die Rieder in Unterzahl auf, doch vorerst versandeten die Angriffe immer wieder früh wegen - von Glasner bereits im Vorfeld der Partie bemängelten - individuellen Fehlern und schnellen Ballverlusten. Nach einer Stunde Spielzeit hatte Patrick Seeger die Vorentscheidung auf dem Fuß, als er nach Ronald Gercalius Hereingabe den Ball im Heranrutschen nicht im Tor unterbrachte.

In der Folge bewies Glasner ein glückliches Händchen: Erst traf der eingewechselte Denis Streker, nachdem ihm seine eigene Kopfballverlängerung von der Brust von Altach-Verteidiger Pollhuber wieder vor die Füße fiel (65.). Nur drei Minuten später bereitete der mit dem Rücken zur Abwehr stehende Dietmar Elsneg per Fersler das 2:1 von Perstaller vor (68.). Der Aufsteiger zeigte sich in der Folge geschockt, Toni Vastic vergab gegen Keeper Kobras die Entscheidung (86.).

In der dritten Minute der Nachspielzeit nahm Ngwat-Mahop knapp vor der Strafraumgrenze volles Risiko - sein Volleyschuss landete unhaltbar für Gebauer im rechten Kreuzeck. Beinahe hätten die Oberösterreicher die hitzige Schlussphase doch noch mit dem ersten Auswärtssieg unter Glasner gekrönt, doch Kobras parierte einen Kopfball von Pichler in extremis (94.).

Ried wartet als nunmehr Achtplatzierter nach dem dritten Unentschieden weiter auf den zweiten Saisonsieg. Aufsteiger Altach liegt mit acht Punkten auf Tabellenrang sechs.
 

Altach - Ried  2:2
Fußball-tipico-Bundesliga - 7. Runde: SCR Altach - SV Ried Endstand 2:2. (1:0) Altach, Cashpoint-Arena, SR Grobelnik.

  • Tore: 1:0 ( 4.) Aigner (Elfmeter), 1:1 (65.) Strecker, 1:2 (68.) Perstaller, 2:2 (93.) Ngwat-Mahop
  • Altach: Kobras - Lienhart, Zwischenbrugger, Pöllhuber, Gercaliu - Netzer - Seeger, Prokopic (63. Ortiz), Salomon (73. D. Luxbacher), Tajouri (62. Ngwat-Mahop) - Aigner
  • Ried: Gebauer - Lainer, Janeczek, Pichler, Burghuber - Trauner, Ziegl (46. Streker) - Kragl (59. Perstaller), Murg, Elsneg - Fröschl (77. Vastic)
  • Gelb-Rote Karte: Murg (32./Ried)
  • Gelbe Karten: Janeczek, Pichler, Streker
  • Die Besten: bzw. Tajouri, Gercaliu, Ngwat-Mahop bzw. Elsneg, Janeczek