Boyd-Doppelpack: Rapid biegt Bullen

Bundesliga

Boyd-Doppelpack: Rapid biegt Bullen

Innsbruck darf nach Remis gegen Austria auf Klassenerhalt hoffen.

Rapid hat am Samstagabend mit einem 2:1-(1:0)-Heimsieg über Meister Salzburg das Europa-League-Ticket gelöst. Matchwinner für die seit nun schon neun Spiele ungeschlagenen Hütteldorfer war US-Teamstürmer Terrence Boyd mit einem Doppelpack (15., 84.). Dem brasilianischen Torjäger Alan (68.) gelang zwischenzeitlich der verdiente Ausgleich für die Gäste.

In der Tabelle liegt Rapid als Tabellenzweiter nun drei Zähler vor dem Erzrivalen Austria, der beim Schlusslicht in Innsbruck nur 1:1 spielte. Der Tabellenvierte Grödig, der in Wiener Neustadt 3:1 gewann, hat weiter sechs Punkte Rückstand und die um 22 Treffer schlechtere Tordifferenz als das Barisic-Team, hat also nur noch eine rein rechnerische Chance, die Rapidler noch abzufangen.

Von Beginn weg wollten beide Teams vor 17.200 Zuschauern im ausverkauften Hanappi-Stadion wieder so ein Spektakel zeigen wie zuletzt beim 6:3 im Stadion Wals-Siezenheim (bisher letzte Rapid-Niederlage), ein Ziel, das aber letztlich klar verfehlt wurde. Negativer Höhepunkt war, dass Salzburg-"Staubsauger" Stefan Ilsanker in der Anfangsphase von einem Gegenstand des Rapid-Anhangs getroffen wurde.

Rekordmeister dominiert
Rapid erwischte den besseren Start und ging durch einen Boyd-Kopfball nach Hofmann-Eckball nach einer knappen Viertelstunde in Führung. Es war der bereits siebente Kopfball-Treffer des US-Internationalen in dieser Bundesliga-Saison. Ein Wydra-Schuss, der knapp neben der Stange einschlug, war ein weiterer Beweis dafür, dass die Gastgeber in Hälfte eins mehr Druck machten (19.).

Die erste große Salzburg-Chance brachte beinahe den Ausgleich, doch Kampls Schuss nach tollem Einsatz und Flanke von Ulmer verfehlte sein Ziel um wenige Zentimeter (28.). Weitere Möglichkeiten blieben dann zunächst Mangelware, erst in der Nachspielzeit hatte Sabitzer nach Hofmann-Vorarbeit die nächste Chance aufs 2:0 (45.+1/knapp vorbei).

Bullen nach Ausgleich im Pech
Nach der Pause kam dann der Meister aus Salzburg stark auf und erzielte in der 68. Minute nach einer tollen Aktion, die vom kurz zuvor eingewechselten Berisha eingeleitet wurde, den verdienten Ausgleich: Nach einem Kampl-Stanglpass legte Mane am langen Eck zurück für Alan, der aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste. Nur vier Minuten später knallte ein Soriano-Freistoß an die Querlatte.

Dass es am Ende auch im zweiten Saison-Heimspiel gegen Salzburg für einen Sieg reichte, hatte Rapid Boyd zu verdanken. Dieser wurde vom erst unmittelbar zuvor für Steffen Hofmann gekommenen Alar ideal bedient und traf aus rund 14 Metern mit seinem 13. Saisontor zum umjubelten Siegtreffer ins lange Eck. Die Abschiedstournee von Salzburg-Coach Roger Schmidt, der in der kommenden Saison Bayer Leverkusen betreuen wird, begann deshalb mit einer Niederlage.

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Wacker Innsbruck vs. Austria Wien 1:1

Innsbrucks Chancen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga sind zwei Runden vor Schluss zwar noch intakt, nach dem Heim-1:1 (1:0) in einer intensiven und dramatischen Partie gegen die Austria am Samstag aber auf ein Minimum gesunken. Nicht zufrieden konnte auch die Austria sein, die im Kampf um einen Europacup-Startplatz nur noch drei Zähler vor Grödig liegt.

Grödig siegte bei Wr. Neustadt 3:1 und sorgte so auch dafür, dass Wacker den Rückstand auf die Niederösterreicher auf fünf Punkte verkürzen konnte. Lukas Hinterseer ließ die Innsbrucker Fans mit einem Elfertreffer (39.) auf die ganz große Überraschung hoffen, die Austria brauchte erst ein Foul von Goalie Szabolcs Safar an Ola Kamara (55.) und den Ausschluss des Tiroler Schussmanns, um zumindest einen Punkt zu ergattern: Gorgon traf vom Elferpunkt (58.), zuvor war Hosiner bei dieser Aufgabe noch an Safar gescheitert (45.+1).

Wacker überrascht ideenlose Austria
Innsbruck, gestärkt durch zwei Siege in Folge, zeigte vor 5.812 Zuschauern gegen den Favoriten von Beginn an eine engagierte Vorstellung und hatte vor dem Seitenwechsel auch die klar besseren Chancen. Jevtic klopfte schon in der vierten Minute mit einem satten Schuss an der Latte an, Wallner scheiterte in der 22. Minute nur an der Stange. Ein von der Austria heftig kritisierter Elfer brachte den Tirolern dann das 1:0 - Ramsebners Handspiel ging zwar keine Absicht voraus, war letztlich aber unumstritten. Hinterseer ließ Lindner mit einem halbhohen Schuss keine Chance (39.).

Die Austria verhielt sich über weite Strecken der ersten Hälfte zu passiv und ideenlos, spielte kaum Chancen heraus. Nach genau einer halben Stunde hatten die Gastgeber allerdings auch Glück, dass Horvath aus rund 30 Metern das leere Tor nicht traf. Dass Hosiner in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem mäßig geschossenen Elfer an Safar scheiterte, passte da ins Bild. Dem Strafstoß war ein Freistoß vorausgegangen, im Strafraum fielen schließlich mehrere Spieler, darunter zwei Austrianer, in einer unübersichtlichen Situation zu Boden.

Safar-Ersatz Schober hält Punkt fest
Die zweite Chance vom Elferpunkt ließ sich Violett aber nicht mehr entgehen. Safar hatte in der 55. Minute gegen den eingewechselten Kamara die Notbremse gezogen, sah dafür Rot und wurde durch Schober ersetzt, für den Kofler vom Platz ging. Gorgon versenkte den Ball sicher und brachte sein Team zurück ins Match.

Die Wiener hatten von da an mehr vom Spiel, ohne aber die ganz große Dominanz auszustrahlen und hätten nach zweiten Gelb-würdigen Fouls der schon belasteten Rotpuller und Ramsebner durchaus auch in Unterzahl sein können. Schober musste gegen Hosiner am Fünfer klären (65.), Kamaras Schuss vom Sechzehner ging nur knapp am Kasten vorbei (77.), und Hosiners Volley aus zehn Metern war zu zentral auf Schober gerichtet (80.). Der Schlussmann musste auch gegen Suttner (81.) parieren und machte selbst den Match-(Kopf-)Ball Hosiners in der Nachspielzeit zunichte.

Die aufopfernd arbeitenden Innsbrucker versuchten sich mehrmals im Konter und brachten dabei die Gästeverteidigung ordentlich ins Schwitzen. Weil die Gegenstöße aber zu unsauber ausgespielt wurden, schaute bis auf einen abgeblockten Schuss Hinterseers (72.) für die Tiroler aber nichts heraus.

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Wr. Neustadt vs. SV Grödig 1:3

Aufsteiger SV Grödig hat am Samstag die Chance auf einen Platz im Europacup am Leben erhalten. Die Salzburger setzten sich in der 34. Runde auswärts gegen Wr. Neustadt souverän 3:1 (2:0) durch. Zwei Runden vor Schluss beträgt der Rückstand auf die drittplatzierte Austria drei Punkte, in der kommenden Runde sind die Wiener am 4. Mai (Sonntag, 16.30 Uhr) in Grödig zu Gast.

Die Treffer vor nicht einmal 2.000 Zuschauern erzielten Peter Hlinka (67.) bzw. Dieter Elsneg (4.), Tadej Trdina (43.) und Tomi (69.). Wr. Neustadt setzte die trostlose Negativserie fort, in den jüngsten acht Partien gab es ein Remis und gleich sieben Niederlagen. Der Vorsprung auf Schlusslicht Wacker Innsbruck beträgt aber zwei Runden vor Schluss noch scheinbar sichere fünf Punkte, denn die Tiroler kamen daheim gegen die Austria "nur" zu einem 1:1.


Bereits nach wenigen Sekunden stand Wr. Neustadt-Offensivspieler Matthias Koch alleine vor dem Tor, doch Grödig-Goalie Cican Stankovic rettete mit einer Fußabwehr (2.). Fast im Gegenzug schlug Grödig eiskalt zu. Nach Lochpass von Tomi umkurvte Elsneg Tormann Jörg Siebenhandl und schob zum 1:0 (4.) und zu seinem siebenten Saisontor ein.

Beide Teams blieben offensiv am Drücker. Die Hausherren hatten dabei zunächst etwas mehr vom Spiel, deutlich gefährlicher waren aber die Grödiger. Christoph Martschinko zwang Siebenhandl mit einem Weitschuss zu einer Glanzparade (33.), ein Volley von Philipp Huspek schrammte knapp vorbei (34.) und ein Kopfball von Trdina landete an der linken Stange (42.).

Das sich ankündigende zweite Grödiger Tor fiel kurz vor der Pause. Nach Vorlage von Stefan Nutz schlenzte Trdina den Ball lässig mit dem Außenrist ins rechte Eck (43.).

Die Grödiger führten nach der Pause die feinere Klinge und hatten das Geschehen souverän im Griff. Wie aus dem Nichts knallte dann aber Hlinka aus 18 Metern den Ball zum 1:2 ins Grödiger Tor (67.) und machte die Partie plötzlich wieder spannend. Allerdings hielt die Spannung nicht lange. Denn nach einem verunglückten Abwehrversuch von Dennis Mimm hatte Tomi freie Bahn und machte mit dem 3:1 alles klar (69.).

Damit endete auch das vierte Saisonduell zwischen Wr. Neustadt und Grödig mit einem Auswärtssieg, für die auswärtsstarken Grödiger war es zudem bereits Sieg Nummer acht in der Fremde.