Bundesliga-Profi Taboga von Wettmafia erpresst

Sanel Kuljic festgenommen

Bundesliga-Profi Taboga von Wettmafia erpresst

Grödig-Spieler erstattete wegen Erpressungsversuch durch Wettmafia Anzeige.

Ein Skandal aus Wettbetrug, Drohungen und Erpressung schockiert die österreichische Bundesliga und ihre Fans. Am Montagabend erstattete der 31-jährige Grödig-Profi Dominique 
Taboga Selbstanzeige bei der Polizei: „Ich werde von der Wett-Mafia erpresst, habe Angst um meine Familie, bitte helft mir!“

Die Ermittler reagierten blitzschnell, stellten der Wettmafia eine Falle. Bei einer fingierten Geldübergabe auf einem entlegenen Parkplatz in Salzburg-Anif lauerte die Spezialeinheit Cobra und schlug zu. Für drei mutmaßliche Mafiosi klickten die Handschellen. Darunter auch der ehemalige ÖFB-Nationalspieler Sanel Kuljic (36) – es gilt die Unschuldsvermutung. ( Lesen Sie hier alle Infos zum Absturz von Kuljic )Taboga gab bei der 
Polizei dann zu Protokoll, dass er von Kuljic und anderen erpresst worden sein soll.

  • Konkret hätte er ein Spiel manipulieren sollen – für 50.000 Euro. Doch der 31-Jährige weigerte sich nach eigenen Angaben. Und das, obwohl die Mafia – so Taboga – ihm mit „schweren Folgen“ für ihn und seine Familie drohte. Und damit dass seine Karriere ein „jähes Ende“ nehmen würde.
  • Die Folge dieser Verweigerung: Die Mafia verlangte als „Strafe“ jetzt 70.000 Euro von Taboga. Also den Betrag, den sie eigentlich Taboga für seinen Verrat gezahlt hätten plus einen Aufschlag von 20.000 Euro für die Verweigerung. Das sollte aber nicht alles sein: Zu den 70.000 Euro kamen noch weitere 17.000 Euro Zinsen als zusätzliche Strafe für die Ablehnung des unmoralischen Angebots. 
Taboga bei der Einvernahme: „Letztendlich musste ich 87.000 Euro zahlen.“

Staatsanwaltschaft: "Ermittlungen laufen"
Marcus Neher, Staatsanwaltschafts-Sprecher aus Salzburg, bestätigte auf Nachfrage von ÖSTERREICH: „Es gab drei Festnahmen in der Causa, alle Verdächtigen werden derzeit noch von der Polizei einvernommen.“

Für den Chef des Bundesliga-Wunderteams Christian Haas war es ein Schock, als er von dem Skandal erfuhr. Er reagierte jedenfalls sofort und stellte Taboga frei: „Ich bin völlig am Boden zerstört – jetzt muss alles aufgeklärt werden.

ÖSTERREICH: Herr Haas, wann hat Sie Ihr Spieler Dominique Taboga über seine prekäre Situation informiert?
Christian Haas:
Taboga hat uns am Montag um einen Termin gebeten. In diesem Gespräch hat er uns mitgeteilt, dass er Selbstanzeige wegen Spielmanipulation erstattet hat.
ÖSTERREICH: Wie überrascht waren Sie?
Haas: Ich bin total erschüttert, wir fielen aus allen Wolken. Taboga fuhr dann zur Polizei.
ÖSTERREICH: Wie verfahren Sie weiter?
Haas: Er ist ab sofort vom Klub freigestellt. (tök)