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Team-Krise

Chaos pur im ÖFB

Explosionsgefahr beim ÖFB: Marc Janko bringt mit dem Rundumschlag den Präsidenten in Bedrängnis. Janko bekommt jetzt Rückendeckung.

ÖFB-Boss Friedrich Stickler steht den Ereignissen im Moment machtlos gegenüber. Er muss viele gefährliche Brandherde löschen. Hinter den Kulissen wird hektisch darüber beraten, wie man mit der heftigen Kritik von Janko umgehen soll. Am Sonntag sickerte durch: Janko muss sich offiziell entschuldigen. In Wahrheit hat der Millionen-Stürmer (europäische Top-Klubs bieten schon zehn Millionen Euro für ihn) nur die Führungsschwächen gnadenlos aufgedeckt.

Führungskrise
Der ÖFB taumelt von einer Krise in die andere. In den letzten Wochen geriet alles aus den Fugen. Teamchef Karel Brückner (68) wusste am Samstag beim Besuch im Hanappi-Stadion nicht einmal von den Angriffen auf den ÖFB, konnte daher nichts über mögliche Konsequenzen verraten. Er sprach nur von einem „eigenartigen Match“. Eigenartig finden viele auch, wie Brückner seine Rolle als Teamchef anlegt. Rapid-Trainer Peter Pacult: „Brückner war im Stadion? Bravo, Karel! Dabei hat er doch sicher genug DVDs, die er sich in Olmütz anschauen kann …“

Unterstützung
Die Fußballfans sind auf der Seite von Janko. Auf der Homepage des Shootingstars (www.marcjanko.com ) gibt es nur positive Reaktionen. Der Torjäger (17 Treffer) schoss sich voll auf den ÖFB ein, kritisierte das Chaos bei der Heimreise nach dem 1:1 gegen die Färöer, nahm vor allem Friedrich Stickler ins Visier, der lange vor der Mannschaft in einem Jet mit den Sponsoren abdüste. Rückendeckung bekommt Janko auch von Sturm-Kollegen Stefan Maierhofer: „Ich stehe voll zu Marc. Er hat das angesprochen, was wir erlebt haben. Das brauch man nicht schönzureden.“ Martin Stranzl sagt nur: „Das war ärger als in Wladiwostok …“

Druck
Stickler steht jetzt genauso unter Druck wie Brückner. In der Vorwoche hat der Präsident dem Teamchef den Rücken gestärkt. Es gilt jedoch als sicher: Wenn Österreich auch rechnerisch keine Chance mehr auf die WM-Qualifikation hat, ist Brückner weg!

Von Christian Russegger/ÖSTERREICH