Brasilien enttäuscht zum Auftakt

Copa America

Brasilien enttäuscht zum Auftakt

Titelfavorit der Copa America spielt gegen Venezuela nur 0:0.

Nach Gastgeber Argentinien ist auch Südamerikas zweiter Fußball-Gigant Brasilien verhalten in die Copa America gestartet. Die "Selecao" musste sich am Sonntag in La Plata in ihrem Auftaktspiel gegen Venezuela mit einem 0:0 zufriedengeben. Während der Underdog das Remis gegen den fünffachen Weltmeister wie einen Sieg feierte, haderten die Brasilianer mit ihrer Offensive. Im zweiten Spiel der Gruppe B kam Paraguay gegen Ecuador ebenfalls nicht über eine 0:0 hinaus.

Pato traf die Latte
Trotz einer hochkarätigen Sturmbesetzung mit Robinho, Alexandre Pato und Jungstar Neymar an vorderster Front wollte es für den Titelverteidiger vor 45.000 Zuschauern nicht mit einem Tor klappen. Die beste Chance fand Milan-Stürmer Pato vor, der nur die Latte traf (38.). Brasilien sah sich auch durch einen nicht gegebenen Handelfmeter Ende der ersten Spielhälfte benachteiligt. Dies wollte Coach Mano Menezes aber nicht als Grund für den enttäuschenden Auftakt gelten lassen. Er kritisierte vor allem die schwache Offensivleistung.

Taktisches Problem
"Wir haben es nicht geschafft, unsere Spielzüge schnell abzuschließen. Viele Bälle haben wir einfach in den Strafraum gespielt, wo niemand war, der sie verwerten konnte", meinte Menezes nach Schlusspfiff. Sein Gegenüber Cesar Farias sprach hingegen von einem "historischen Ergebnis", sein Team habe "wie Gladiatoren" verteidigt. Seit ihrem Debüt bei der Copa 1967 hatte die aufgrund ihrer Trikotfarbe "La Vinotinto" (Die Weinrote) genannte Auswahl gegen Brasilien keinen Punkt geholt.

Der ehemalige Prügelknabe in Südamerika kam in der zweiten Spielhälfte sogar mehrmals gefährlich vor das brasilianische Tor. Julio Cesar, einer der wenigen Profis aus der brasilianischen Elf bei der WM 2010, rettete den Rekordweltmeister vor einer gänzlichen Blamage.

Auch Paraguay nur 0:0
Neben Brasilien kam auch Paraguay in Santa Fe gegen Ecuador nicht über ein torloses Remis hinaus. Ecuadors Torhüter Marcelo Elizaga bewahrte seine Elf bei Chancen von Roque Santa Cruz und Edgar Barreto dabei vor einem frühen Gegentreffer. Am Sonntag trifft Paraguay nun auf Brasilien.

Kaum Tore
Tore bleiben jedenfalls Mangelware bei der 43. Auflage der Copa. Bisher verbuchte nur Kolumbien mit einem 1:0 gegen Costa Rica einen Sieg. Argentinien hat den Auftakt mit einem 1:1 gegen Bolivien verpatzt. Die Nerven beim Gastgeber scheinen vor allem aufgrund der durchwachsenen Leistung von Weltfußballer Lionel Messi angespannt. Argentiniens Verbandsboss Julio Grondona stärkte dem Barcelona-Torjäger nun demonstrativ den Rücken: Dessen Mitspieler hätten Schuld am schwachen Auftakt.

Argentinie zerfleischt sich selbst
"Messi spielt immer gut, nie schlecht entgegen denen, die um ihn herumstehen", sagte Grondona gegenüber "Radio del Plata". Messi müsse sich den Ball immer selbst holen und werde nicht angespielt, erklärte der mächtige AFA-Boss zur Verteidigung seines Superstars. Für die Stimmung im argentinischen Team dürften diese Aussage jedoch nicht unbedingt förderlich sein.