Fuchs stellt sich vor Teamchef Koller

"Faire Chance"

Fuchs stellt sich vor Teamchef Koller

Teamkapitän fordert, Neo-Teamchef "eine faire Chance zu geben".

Christian Fuchs hat vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag (18.00 Uhr MESZ/live ORF eins) in Baku gegen Aserbaidschan für mehr Fairness im Umgang mit dem designierten österreichischen Fußball-Teamchef Marcel Koller plädiert. Der Schalke-Legionär, der mit dem Schweizer von Juli 2008 bis September 2009 beim VfL Bochum zusammengearbeitet hatte, reagierte damit auf kritische Wortmeldungen von Herbert Prohaska, Kurt Jara und Co.

"Sehr unfair"
"Ich finde die Aussagen über Koller sehr unfair. Er hat noch nicht einmal sein Amt angetreten und wird schon vorverurteilt", sagte der Niederösterreicher, der von Kollers Qualitäten überzeugt ist. "Er verfügt über das nötige Wissen und die Erfahrung, die wir brauchen. Mein Appell an alle ist, ihm eine Chance zu geben."

Zeichen des Aufbruchs
Die Verpflichtung des 50-Jährigen ist für Fuchs ein Zeichen des Aufbruchs im österreichischen Fußball. "Beim ÖFB hat ein gewisses Umdenken stattgefunden, man hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Jetzt wird viel professioneller als in der Vergangenheit gearbeitet, und da ist mit Koller der richtige Schritt gesetzt worden", sagte der 25-Jährige.

Ost-Reise kein Spaziergang
Bevor im November der neue Teamchef auf den Plan tritt, gilt es aber noch die verkorkste EM-Qualifikation zu einem versöhnlichen Abschluss zu bringen. Dies soll laut Fuchs mit Erfolgen in Aserbaidschan und Kasachstan gelingen. "Es geht darum, im FIFA-Ranking nicht zu weit zurückzurutschen, allein schon deshalb sind diese Spiele wichtig. Außerdem habe ich keine Lust, in der Endtabelle hinter diesen beiden Ländern zu landen. Wir wollen Österreich würdig vertreten und zwei Siege holen."

Im Vorbeigehen werde man in Baku und Astana aber nicht gewinnen. "Die Aserbaidschaner kämpfen bis zum Umfallen, sind ein sehr unangenehmer Gegner, auch weil das Publikum voll hinter ihnen steht. Aber wir sind die bessere Mannschaft, das hat man schon in Wien gesehen", betonte Fuchs mit Hinweis auf den 3:0-Heimsieg gegen die Mannschaft von Berti Vogts vor einem Jahr.

Auch Scharner Pro-Koller
So wie Christian Fuchs zeigte sich auch dessen Nationalteam-Kollege Paul Scharner mit der Entscheidung für Marcel Koller zufrieden und war über diverse Reaktionen "enttäuscht". "Manche Österreicher haben eine Mentalität wie ein fünfjähriges Kind. Ich bin mit der Entscheidung sehr zufrieden. Ich hoffe, dass der ÖFB diese Kritik abprallen und sich nicht von außen beeinflussen lässt", erklärte der England-Legionär.